Ich hatte ja Angst das meine immens hohen Erwartungen enttäuscht werden, aber Elden Ring pulverisiert meine Erwartungen mit Leichtigkeit. Nach gut 20 Stunden mit Elden Ring stehen alle Zeichen nicht auf GOTY sondern auf GOAT. Was From Software hier abliefert ist ganz großes Videospielkino, in dessen Schatten nahezu alles was ich je gespielt habe verblasst.
Ja, technisch spielt Elden Ring nicht in der Champions League, wenngleich das Spiel auf dem eigenen Bildschirm deutlich beeindruckender aussieht als in den Videos, fängt das aber mit einem grandiosen Design locker auf. Leider gibt es in der offenen Welt hin und wieder Schwankungen in der Framerate, nicht wirklich störend aber doch schade. Wenn man schon einen Leistungsmodus anbietet sollte man bei diesem auch 60fps weitgehend garantieren.
Das wars dann aber mir Kritik, alles andere ist die Essenz warum Videospiele so ein wunderbares Hobby sind.
Das hervorragende Gameplay der Souls Spiele wurde nochmal sinnvoll erweitert. Sowohl was das tatsächliche Gameplay angeht, als auch die Möglichkeiten der Charakterentwicklung und Optionsvielfalt. Es gibt so viele Möglichkeiten und Herangehensweisen das es schier unglaublich ist. Dabei fühlt sich Elden Ring immer an als erlebe man eine eigene, individuelle Erfahrung. Elden Ring ist Hammer und Meisel und der Spieler der Architekt seines eigenen Abenteuers.
Eine große Rolle hierfür spielt natürlich die beste offen Welt aller Zeiten. Dabei bin ich, speziell seit BotW, gar kein großer Fan offener Welten. Links letztes Abenteuer hat bei mir für starke Ermüdungserscheinungen hinsichtlich der formelhaft aufgebauten offenen Welten nach Ubi Art gesorgt. Konnte man bei BotW doch wirklich etwas erkunden und das Gefühl von Freiheit spüren, statt nur blind Questmaker abzulaufen, deren übermäßiger Einsatz doch grundsätzlich im Gegensatz zur eigentlich Idee einer offenen Welt steht.
Und nun kommt da Elden Ring und hebt die Klasse, die BotW in dieser Hinsicht vorgelegt hat, auf ein komplett neues Niveau. Diese Welt ist nicht nur hinsichtlich ihrer schieren Größe atemberaubend, sie ist bis zum letzten Winkel vollgestopft mit Geheimnissen, Dungeons, Bossen, Waffen, Zaubern und Herausforderungen.
Dabei ist sie wunderbar organisch und glaubwürdig aufgebaut. Wie sorgfältig alles in dieser Welt platziert ist, wie die Biome ineinander übergehen, alles wirkt natürlich und durchdacht. Es ist eine Freude diese Welt zu erkunden, einfach nur durch die Gegend zu streifen, Dinge zu entdecken und nach und nach nicht nur die Welt und ihre Geschichte sondern auch die eigenen Möglichkeiten zu entschlüsseln.
Dabei behebt die offen Welt auch einen der größten Frustmomente der From Spiele. Stand man bei diesen vor einem schier unbezwingbaren Boss musste man diesen eben so lange probieren bis man ihn schaffte oder man ging halt irgendwo farmen. Jetzt geht man einfach woanders hin, erkundet die Gegend und findet mit Sicherheit ein anderes Dungeon, Boss etc. und kehrt irgendwann zurück. Hilfreich ist hierbei das From für Elden Ring ordentlich an der Komfortschraube gedreht hat. Neben sehr fair verteilten Leuchtfeuern (hier Gnade genannt), gibt es auch noch zusätzliche Rücksetzpunkte in Form kleiner Statuen, eigentlich steht vor jedem Boss eine, so das nervige Laufwege nahezu komplett entfallen. Außerdem darf man jederzeit zwischen allen Leuchtfeuern reisen und zwar nicht nur von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer, sondern von überall aus der offenen Welt an jeden anderen Ort der Welt. Für Puristen eventuell fast schon zu komfortabel für ein Souls Spiel, ich finde es aber sehr gut, da man so durchaus auch mal kürzere Runden spielen kann, da man sich blitzschnell über die Welt bewegen kann.
Ich bin nicht nur begeistert, ich bin fast schon erstaunt, das ein Spiel in 2022, nach über 30 Jahren des Zockens, mir wieder so ein wohliges Gefühl wie früher zurückgeben kann. Als Videospiele noch etwas besonderes waren, als man magisch vom Controller angezogen wurde und die letzten Gedanken vor dem einschlafen nicht Corona oder Ukraine sonder ein Videospiel waren. Elden Ring gibt mir all das und noch viel mehr und das hatte ich bei all dem Hype nicht erwartet.
Wer das nicht spielt verpasst ein Spiel wie es nur sehr, sehr selten erscheint. Es degradiert alles andere in die zweite Reihe und ist schon fast lächerlich viel besser als fast alles was ich in den letzten Jahren/Jahrzehnten gespielt habe. Eine solche Begeisterung fühlte ich das letzte mal in den ersten Tagen WoW anno 2004.
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