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Buch Buch-Kritik (zuletzt gelesenes Buch)

Die Zwerge

Hab das Buch nun auch endlich mal nachgeholt. Nach dem Spiel wusste ich ja, was mich erwartet aber ich war dann doch etwas ernüchtert. Stellenweise liest sich das wie Fan-Fiction. Viel zu häufig werden ähnliche Formulierungen verwendet und zahlreiche Figuren sprechen eine so unglaubwürdig deplatzierte Sprache, dass man sich in einer DSA-Runde glaubt. Die Handlung und die Figuren machen insgesamt Spaß und die Geschichte hat weitaus mehr zu bieten als im Spiel behandelt wurde aber am Ende ist es ein durchschnittliches Buch in einem für mich interessanten Setting. Ob ich mir die ganze Reihe gebe, weiß ich noch nicht.
 
Letzte offizielle Mitteilung des Verlags war vor ein paar Jahren, dass 1,5 Millionen Exemplare der Reihe verkauft wurden. Inzwischen wahrscheinlich über 2. Zum Glück ist Markus ein netter Kerl und ich gönne es ihm. :D
 
Schon erstaunlich. Vielleicht wird er ja noch besser aber gut geschrieben ist echt was anderes.
 
Dass speziell diese Reihe so mega-erfolgreich ist, kann ich auch nicht erklären. Hat einfach sein Publikum gefunden, und wenn man ein paar Millionen Leser hat, die sich nicht an der Schreibe stören ...
 
Wenn ich damals an die AD&D Bücher denke, waren die auch relativ platt geschrieben, haben aber großen Spaß gemacht - eben genau weil sie irgendwie wie ein Rollenspiel Abenteuer daherkamen.
Ich denke da spielt die Erwartungshaltung einfach eine sehr große Rolle.
Der eine wird enttäuscht, der andere bekommt genau das, was er liebt.
 
Zwei Krieger aus einem Stamm, der hauptsächlich aus Handwerkern besteht, unterhalten sich:

"Ich habe gehört, dass die Verletzungen, welche die Pfeile der Albe schlagen, besonders peinigend sein sollen."
"Es geht, die Schmerzen erinnern mich unablässig daran, wie viel Beistand ich von unserem Gott Vraccas hatte, als mich die beiden Pfeile trafen".

Das ist so schlecht, ich musste echt laut lachen. Hab das Buch dann doch erstmal wieder beiseite gelegt.

@Firo: Platt stört mich nicht. Dass man da keine Charakterstudien erwarten kann ist mir schon klar. Aber solche Dialoge reißen mich total raus. Da stelle ich mir Teenager vor, die zum ersten Mal ein Rollenspiel spielen und denken, im Mittelalter hätte jeder so gesprochen.
 
Zwei Krieger aus einem Stamm, der hauptsächlich aus Handwerkern besteht, unterhalten sich:

"Ich habe gehört, dass die Verletzungen, welche die Pfeile der Albe schlagen, besonders peinigend sein sollen."
"Es geht, die Schmerzen erinnern mich unablässig daran, wie viel Beistand ich von unserem Gott Vraccas hatte, als mich die beiden Pfeile trafen".

Das ist so schlecht, ich musste echt laut lachen. Hab das Buch dann doch erstmal wieder beiseite gelegt.

@Firo: Platt stört mich nicht. Dass man da keine Charakterstudien erwarten kann ist mir schon klar. Aber solche Dialoge reißen mich total raus. Da stelle ich mir Teenager vor, die zum ersten Mal ein Rollenspiel spielen und denken, im Mittelalter hätte jeder so gesprochen.
Das ist jetzt zwar in der Tat kein Highlight, aber stören würde es mich bei nem RPG Schinken nicht.
 
Finde ich fürchterlich. Jetzt könnte man zwar böse sein und sagen, dass es ohnehin nicht viele Gespräche zwischen den Kämpfen gibt aber das ist mir einfach nicht gut genug. Vielleicht mal im Urlaub, wenn mir die anderen Bücher ausgehen :)
 
Gerne wieder was mit ner Spürnase oder nem McGyververschnitt, darf auch Übernatürliches oder Fantasy enthalten. :zahn:
Sehr gerne auch ein Mehrteiler.

Wurde dann übrigens die "Harry Dresden" Reihe von Jim Butcher.
Bin jetzt beim dritten Band und soweit ziemlich begeistert.
Magier und Privatdetektiv mit Leben permanent am Abgrund. Gefällt mir verdammt gut.
Wer auch immer mir die Reihe empfholen hat, hatte nen verdammt guten Riecher.
Und ich wurde bereits vorgewarnt, dass die ersten Bücher noch eher die schwächeren sind.... ich bin gespannt was da noch kommt :love:
 
den ersten teil hatte ich auch gelesen. hat mir ganz gut gefallen damals. aber leider nicht mehr weiter gelesen. vielleicht greife ich das mal wieder auf.
 
Ich weiß nicht, warum ich mir das angetan habe, aber hab' ein Buch des Festa Extreme Verlags gelesen: "Kellerspiele".
War echt der härteste Scheiß, den ich je gelesen habe. Bissl wie ein Autounfall. Schlimm, aber man muss irgendwie hingucken.

Festa war mal ein exzellenter Kleinverlag, der echte Perlen gebracht hat - jahrelang alle Neuerscheinungen geholt. Aber Kohle verdient Frank offenbar mit irgendwelchen Schundserien und diesem Extrem-Zeug, das ich als Leser auch nicht mehr brauche ...
 
Wurde dann übrigens die "Harry Dresden" Reihe von Jim Butcher.
Bin jetzt beim dritten Band und soweit ziemlich begeistert.
Magier und Privatdetektiv mit Leben permanent am Abgrund. Gefällt mir verdammt gut.
Wer auch immer mir die Reihe empfholen hat, hatte nen verdammt guten Riecher.
Und ich wurde bereits vorgewarnt, dass die ersten Bücher noch eher die schwächeren sind.... ich bin gespannt was da noch kommt :love:
Mittlerweile bei Band 6.
Als tägliche U-Bahnlektüre ziemlich grandios.
Inzwischen merkt man allerdings dann doch ein recht gleichbleibendes Schema durch die einzelnen Bände hinweg, was natürlich sicher auch gewollt sein dürfte. Da alles aus der Sicht des Hauptprotagonisten erzählt wird, muss natürlich irgendwo ne klare Linie dabei sein, sonst steigt der Leser irgendwo aus.
Ich bin ohnehin erstaunt, dass das so gut klappt. Letzten Endes wird einem durch die Erzählperspektive ja klar vorgekaut, was man von welchem Akteur zu halten hat, ohne dass man sich selber groß ne andere Meinung bilden kann. Umso wichtiger ist es, dass der Hauptakteur besonders interessant dargestellt wird. Es bleibt abzuwarten, ob das wirklich über alle Bände hinweg funktionieren wird.

Lediglich bei der Übersetzung wurde immer mal wieder geschlampt. Einzelne Wörter sind falsch oder es fehlt halt mal ein Buchstabe. Es ist nicht wirklich schlimm und kommt auch nicht wirklich oft vor, dennoch ist es mir jetzt schon mehrmals aufgefallen. Normal merke ich sowas eigentlich nie.
 
Joe R. Lansdale - Dunkle Gewässer

Hab ich aus dem hausgänglichen Grabbeltisch gezupft.

Angesichts von den Zitaten von bekannten Personen wie Dan Simmons oder Bruce Campbell und weiteren markigen Sprüchen der SZ und dem Stern habe ich natürlich schon ordentlich was erwartet.

Im Endeffekt geht es um eine Art Roadtrip per Floß auf einem Fluss, irgendwo in Texas. Es wird dabei eine unglaublich ekelerregende aber auch ziemlich klischeebehaftete amerikanische Unter-/Arbeiterschicht ins Leben gerufen.
Entsprechend wenig zimperlich geht es zu mit Mord, Folter, weiteren blutigen Auswüchsen, offenem Rassismus, Vergewaltigung und Korruption. (das Buch müsste in den 30er oder 40er Jahren spielen, grob geschätzt)
Das Setting hat eigentlich viel Potential, nur komme ich mit dem eigentlichen so hochgelobten Clou, der Erzählung aus Sicht eines jugendlichen Kackschratzenmädels in entsprechender Sprache, so ÜBERHAUPT GAR NICHT KLAR.

Die Beschreibung der einzelnen Geschehnisse ist kurz und auf das Wesentliche begrenzt gehalten, genau so wie es ein Mädel halt in ihr Tagebuch schreiben würde - dadurch hat der Leser natürlich viel Spielraum, die Welt seinen Wünschen nach zu visualisieren.
Nur - bloß weil ich jetzt weniger Text zu lesen hab, les ich deswegen nicht langsamer und nehm mir mehr Zeit die Szenarien wirken zu lassen. In meinem Fall empfinde ich dann eine gewisse Belanglosigkeit und überhöhte Erzählgeschwindigkeit, die das Geschehen sehr schemenhaft wirken lässt.
Der Clou zündet bei mir wohl nicht in der gewünschten Weise, bei dem ich vermutlich mit einem permanent gehetzten Gör mitfiebern soll.

Ich hab die ganze Zeit auf das große Finale gewartet, wie der gnadenlose Skunk das Grüppchen auf der Flucht wie die Sau durch den Fleischwolf treibt, aber es wurde dann einfach so schnell... kurz.... unwürdig. Da hast du den krassesten widerlichsten Killer überhaupt, und dann wird der Thriller auf diese Art und Weise gelöst!? ECHT JETZT?

Also das Buch war jetzt nicht so schlecht, wie es vielleicht klingt, immerhin habe ich es ja gewissermaßen verschlungen - und das ist ja an sich erstmal ein gutes Zeichen.
Ich kann nur diese euphorischen Zitate von Leuten die es eigentlich wissen, einfach nicht mit dem gelesenen Text in Einklang bringen. Da ist die Diskrepanz zu meiner eigenen Wahrnehmung einfach zu groß.
Lediglich der SZ hinsichtlich Verfilmung kann ich da Recht geben. Äußerst geeignet für sowas.

In mir bleibt einfach das Gefühl zurück, als hätte sich da jemand erstmal nur warm geschrieben.

Außerdem hat mir diese permanente "der Esel nennt sich immer zuerst" ich und - Schreibweise beinah den Schalter rausgehaun. :mad: :würg:
 
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