So, da ich inzwischen auch durch bin, hier mal noch mein kurzes Fazit:
Mit Resistance 2 hab ich mir seit Ewigkeiten mal wieder einen Shooter zur Brust genommen, wobei das eigentlich nicht wirklich mein Lieblingsgenre ist. Trotzdem hab ich mich seit der ersten Minute, die das Spiel im Laufwerk rotierte nur schwer von der Konsole wegreissen können.
Das Endzeit-Setting, das ein wenig an Filme wie Krieg der Welten erinnert, ist toll inszeniert. Da mir das World-War-2-Setting schon lange ausm Hals raus hängt, war das wirklich mal eine gelungene Abwechslung, auch wenn das Setting selbst auch nicht neu ist. Der Story fehlt es egoshooter-typisch leider etwas an Tiefe und auch das Ende war wenig überraschend und ich hätte mir auch eine etwas längere Cutscene am Ende gewünscht.
Das alles tut dem Spielspaß aber wirklich keinen Abbruch. Positiv hervorzuheben wäre hier auch das imo hervorragende Gunplay. Das Waffenhandling fühlt sich einfach gut an, wobei man mit einer Vielzahl unterschiedlicher Waffen versorgt wird, von denen man allerdings jeweils immer nur zwei gleichzeitig mit sich tragen darf, was den Spieler gerade im späteren Verlauf des Spiels zu jeder Zeit auffordert taktisch vorzugehen und immer schon einen Schritt weiter zu denken. Wenn man das alles richtig angeht, was allerdings nicht wirklich schwer fällt, macht es einfach unglaublich viel Spaß die teilweise riesigen Horden an Gegnern, die auf einen losstürmen, wegzumetzeln. Besonders beeindruckt war ich immer wieder von den riesigen Gegnern. So muss man z.B. einen gigantischen Tyrannen in Chicago ins Jenseits befördern, der den Größenvergleich mit Godzilla nicht scheuen müsste. Das trägt natürlich immens zur teils beklemmenden Athmosphäre bei.
Techschnisch bietet Resistance 2 sehr solide Kost. V.a. das Lighting ist klasse und die Tatsache, dass das Spiel auch bei ausgiebigstem Gewusel und teilweise geschätzten 60-100 Gegnern auf dem Schirm stets absolut flüssig läuft. Aber auch so mangelt es dem Spiel nicht an grafischen WOW-Elementen. Gerade die Außenpassagen sehen wirklich großartig aus. Und bei der stets flüssigen Performance kann ich auch problemlos über die teils etwas niedrig aufgelösten Texturen sowie die stellenweise nicht ganz so schön designten Innenareale hinwegsehen.
So gut der Singleplayer-Modus allerdings auch ist, so spielt Resistance 2 seine wirklichen Stärken erst in den verschiedenen Multiplayer-Modi aus. Gerade der Koop-Modus macht extrem viel Laune. Dort kann man mit bis zu 7 Mitspielern, die in 3 verschiedene Squads (Soldat, Spezialeinheit und Sanitäter) aufgeteilt sind noch mal zusammen eine Vielzahl von Missionen, die sich storytechnisch abseits der Singleplayer-Kampagne ansiedeln und den Krieg noch mal aus einer anderen Perspektive zeigen, angehen. Wer dort nicht taktisch vorgeht und nicht das Team als Ganzes im Auge behält, wird kein Land sehen. So muss man als Soldat an der vordersten Front z.B. ständig von den beiden anderen Squads mit Munition versorgt werden bzw. von den Sanitätern am Leben gehalten werden.
Wenn man schon im Singleplayermodus dachte "Wow, was da alles los ist aufm Schirm!", dem wird im Multiplayer-Modus regelmäßig die Kinnlade runter fallen.
Natürlich gibts bei Resistance 2 auch die gängigen Wettkampfmodi wie Deathmatch, Capture the Flag etc., in denen bis zu 60 (!!!) Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten können.
Die Nettospielzeit für die Singleplayer-Kampagne lag bei mir bei knapp 10 Stunden.
Als Schwierigkeitsgrad hab ich "normal" gewählt, was ich als genau richtig, da schön fordernd aber nie unfair empfand. Auf "easy" gleicht das Ganze imo eher einem Sonntagsspaziergang. "Hard" dürfte eine wirkliche Herausforderung sein. Nach erstmaligem Durchspielen schaltet man zudem noch den "unmenschlich"-Schwierigkeitsgrad frei.
Alles in allem erhält Resistance 2 von mir eine solide
9/10