Spieleindustrie

Sobald auch Kreative nicht für die Passion oder das eigene Projekt arbeiten (z.B: in StartUps) – quasi "nur" für den Gehaltscheck eines Projektes, sinkt die Produktivität auf ein "normales" Maß. Ist halt so – wollen überall alle nicht wahr haben, das ist ein Problem des Kapitalismus, nicht nur der Gamesbranche.
ch bin gerade dabei eine Klinik für meinen Arbeitgeber zu eröffnen und zu leiten. Und danach noch eine. Heisst, Wochenende, Überstunden, Urlaub verschieben usw. Das ist klar und wird erwartet. Wenn nicht, dann bekommst Du den Job eben nicht. Klar, nicht fein, aber das ist in der Wirtschaft und in Unternehmen eigentlich ganz was normales.
Q.E.D.!
 
Sehe ich genauso. Ich verstehe nicht, warum man da was anderes erwartet.

Du meinst jetzt im Hinblick auf den unvermeidlichen Zusammenbruch der kapitalistischen Systeme in absehbarer Zukunft? ;)

Crunch, ja - mal 1-2 Wochen, danach aber mit klarem Ausgleich, wir geben der Erwerbsarbeit einen viel zu hohen Stellenwert in unserem Leben. Ich kann so Scheiß wie Tempest gerade schreibt auch überhaupt nicht ab (nicht persönlich gemeint), es gibt immer Alternativen zu Überstunden und WE Arbeit, die simpelste ist den Gang insgesamt einfach mal eine Nummer zurückzufahren oder die Arbeitslast auf mehrere Schultern verteilen und ordentlich delegieren bzw. mit realistischen Annahmen an die Projekte herangehen. Zeichnet btw. auch gute Arbeitgeber (respektive Projektmanager, Teamleiter, Scrum Hoschies usw.) aus.

Zu dem Artikel von Schreier: Ist mir etwas zu sehr over-the-top, er skizziert das Projekt dabei zwar durchaus passend, aber um ehrlich zu sein, wenig überraschend. Das Bioware in einer Identitätskrise steckt und sich selbst neu erfinden muss war spätestens nach ME:A (mir persönlich hat es btw. ganz gut gefallen) und den ganzen personellen Quereleien klar. Die finale Ankündigung von Anthem hat da auch eine klare Sprache gesprochen. Auch die Ansage von wg. 10 Jahres Plan, GaaS usw.usf. zeigte die Marschrichtung ganz klar auf. Im Endeffekt ist jetzt - ebenfalls wenig überraschend - ein Destiny Klon mit ein paar Alleinstellungsmerkmalen herausgekommen, der sich selbst in den Details noch finden muss. Das kann auch durchaus noch klappen, die Ansätze sind nicht verkehrt, die Kernmechaniken des Spiels funktionieren wunderbar und die Welt hat ein recht massives Ausbaupotenzial. Ich drück da einfach mal die Daumen, dass es noch klappt und Anthem die Kurve kriegt, spiel es persönlich nach der anfänglichen Rummotzerei doch überraschend gerne zur Entspannung.
 
@thething: ja, vielleicht war es überspitzt. Mir wird zur Planung schon mal eine fixe Kraft zur Seite gestellt, damit ich das nicht alleine machen muss. Aber natürlich wird gerade zu Beginn, immens viel Arbeit anfallen. Das Personal kann ich ja überhaupt jetzt erst einstellen. Das war bis jetzt nicht möglich, da noch nicht klar war, dass wir die Projekte bekommen. Das bringt aber eben genau das mit sich. Es wird jetzt erst mal wieder viel. Aus wirtschaftlicher Sicht in diesem Fall aber sehr nachvollziehbar. Können ja nicht schon personal suchen und bezahlen und dann wird es nichts. Und so geht die Planung der neuen Klinik jetzt eben auf Hochtouren los. Die eine soll im Juni und die andere nächstes Jahr eröffnen. Und es arbeiten viele Leute mit ab jetzt. Aber die Planungsgruppe ist eben zu zweit. Und dann wird geschaut was wir brauchen und was wir delegieren können. Da wird es ganz viel geben und trotzdem ist es notwendig dass da deutlich mehr an Stunden erst mal rein fließen. Und wie gesagt, ich glaube nicht dass das woanders so anders ist und nein, ich glaube auch nicht dass es so einfach anders zu planen ist, denn am Schluss muss es wirtschaftlich sein. So hart das klingt, aber niemand hat etwas davon wenn das Unternehmen zusperren muss, nur weil man sich mit den Personal Ressourcen absolut überhoben hat. Und ja, jeder sollte dabei gut auf seine Grenze schauen.. In unseren Breitengraden wirst du deswegen wenigstens nicht gleich entlassen, wenn Du mal nicht mit kannst. Da haben wir sogar einen richtig großen Vorteil. Es geht mir auch nicht darum es zu bewerten. Ich bin kein Weltverbesserer. Manchmal ist es eben wie es ist und man muss selber entscheiden ob man damit kann, oder nicht (und sich etwas anderes suchen).

Ich war eher verwundert dass es sogar einen Namen dafür gibt. Crunchtime... Denn eigentlich ist es ja nichts neues und bei jedem Projekt so. Ich habe selten eines erlebt wo die Zeitschiene eingehalten werden konnte, ohne am Ende richtig rein zu beißen (Überstunden, Schichten usw.). Vielleicht auch deswegen, da Du nicht alle Eventualitäten absehen kannst.
 
Naja, die genannte Crunchtime in der Branche bedeutet nicht selten Schichten gegen 16-20 Stunden und im Großraumbüro pennen. Dazu irgend ein Junkfood und irgendwann echt Malle in der Birne.

Sorry @Tempest2K, aber ich wage die Behauptung, dass dein gut bezahlter Chefarzt-Posten und deine neuen Projekte nicht ansatzweise so kacke sind wie das tägliche Leben von Codern oder Designern (und allen anderen natürlich), die 16+ Stunden, 7 Tage die Woche auf einen Monitor starren müssen. Und das dann für Monate! Und das ganze bei einem Berg von Arbeit, der sich ganz konkret wie "den Strand sieben" anfühlt – bis dann jemand aus der Chefetage alles umwirft... Und das zu einem Lohn, der gerade mal "okay" ist... und meistens im "Hire and Fire"-Projektgeschäft.
 
Wirkt total uninformiert, gelangweilt mit echt beschissenem Altherren-/frauenhumor. Ich kotze … wir sind alle am Sack (nicht nur deswegen, allgemein -.-)
 
Für die Unforeseen-Jungs freut es mich riesig. Die dürfen gern auch den Hauptpreis gewinnen, aber jede Wette: Trüberbrook ...
 
 
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