The Saboteur

Nene. Der liegt jedem Spiel bei (ausser in den Staaten vermute ich mal, Hehe). Man muss ihn nur runterladen. Wenn er allerdings einmal aktiviert wurde isser logischerweise hin. Sprich, wenn Du das Spiel verkaufts muss der Kaeufer fuer den Tittencode 240 Punkte latzen. Bei mir war nur das Problem mit deutschem XBox live Account und UK Version. Die kamen sich irgendwie ins Gehege.
 
OK, danke. Ich hatte die Tage auf Xbox-Live nur gesehen, dass man den Patch runterladen kann und das Teil 240 Points kostet.
 
Eindruecke TEIL I
Nach ca.10 Stunden Spielzeit und 45% Missions Fortschritt will ich zwar noch keinen abschliessendes Urteil zu The Saboteur abgeben, denke aber genug gesehen zu haben um mir ein relativ gutes Bild machen zu koennen. Alle Aussagen beziehen sich auf die UK Version mit DLC.

Story
Frankreich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sean Devlin, der Protagonist des Spieles ist stocksauer. Sein bester Freund wurde durch einen hohen Nazi Offiizier ruecksichtslos ermordet. Sean selber, sein vaeterlicher Freund und natuerlich auch die Schwester des Ermordeten, koennen den Haeschern entkommen und landen in den Wirrungen des Krieges im besetzen Paris. In seinem neuen Hauptquartier, dem *Hust* Variete Club "La Belle" sinniert unser Held, direkt entsprungen aus dem irischen Fach des Schubladendenkens, ueber das Geschehene und ertraenkt seine Trauer in Whiskey. Selbstredend dauert es nicht allzulange bis er von einem Mann der franzoesischen Widerstandsbewegung angesprochen wird. Angetrieben von Rachegeluesten und seinem Hass auf die Nazis, nimmt Sean widerwillig das Angebot des Fremden an. Es entwickelt sich eine Story, die im Laufe der Zeit so ziemlich alles beinhaltet, was einem zu den Stichworten "Mord", "Nazis", "Sprengstoff", "Liebe" und "Vater" einfaellt: Ultraboese Nazis, Frauen, Geheimagenten, irischem Hass auf alles Britische, gewaltige Explosionen, Frauen, Verrat, Verfolgungsjagden, Frauen, Eifersucht, Repressionen, Mitstreiter. Habe ich schon Frauen erwaehnt? Es wird so ziemlich jedes Klischee bedient dessen man habhaft werden konnte. Die Handlung selber wirkt dadurch etwas unrund, teilweise arg konstruiert und nicht wirklich zu Ende gedacht. Weiterhin stoerend ist die teilweise arge Diskrepanz zwischen todernst und Flapsigkeit. Nichtsdestotrotz moechte ich definitv wissen wie es mit unserem irischen Freund weitergeht.

Grafik
Der eigentlich Star des Spieles ist die franzoesische Hauptstadt. Hier bediente sich das Art Department von Pandemic einem wirklich gelungenen Trick. Passend sowohl zur der Zeit der Handlung wie auch zum Setting, ist Paris zunaechst fast komplett in schwarzweiss gehalten. Die einzige Farbe ist das Rot der Hakenkreuzflaggen und der Propagandaposter, die an jeder Hausecke rumhaengen. Mit fortschreitender Handlung, ausgeloest durch das Erfuellen von Missionen, wird jedoch Stadteil um Stadteil eingefaerbt. Das Leben kehrt so langsam zurueck. Ironischerweise finde ich persoenlich jedoch die farblos Variante irgendwie huebscher und stimmungsvoller. Egal. Die Stadt selber ist wirklich mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Taubenschwaerme, kleine Gassen mit Waescheleinen, schoene Hinterhoefe oder Dachterassen. Alles optisch unterbrochen durch die Besatzer und ihre Instrumente der Repression: Wachtuerme, Lautsprecher, Flakscheinwerfer, Stacheldraht oder Panzer. Passanten werden auf der Strasse von Nazis zusammengeschlagen oder gleich hingerichtet. Es wird wirklich ein recht lebendiges Bild gezeichnet. So koennte es im Vichy Paris wirklich zugegangen sein.
Im Laufe der Handlung lernt man durch diverse Ueberlandtrips auch noch andere Staedte wie zB Le Havre oder Saarbruecken kennen. Auch die sind recht huebsch gemacht koennen aber, aehnlich wie die Landschaftsgrafik , nicht mit der optischen Qualitaet von Paris mithalten. Aehnlich verhaelt es sich mit den gerendeten Zwischensequenzen, die hier und da zur Weiterentwicklung der Story eingestreut sind. Die sind einfach zu huebsch. Man wuenscht sich immer, dass das eigentliche Spiel doch bitte auch so aussehen moege. Auch wirkt hier das Zusammenspiel etwas unrund und nicht zu Ende gebracht. Nicht falsch verstehen. Das Spiel ist nicht haesslich. Ueberhaupt nicht. Ich werde jedoch das Gefuehl nicht los, das man haette mehr machen koennen.

Gleiches gilt fuer die Technik. Sowohl zum Teil uebles Mipmapping und gelegentliches Tearing sprechen nicht fuer die Engine. Dazu kommen noch Schlampereien wie der von hohen Gebaeuden aus sichtbare Enviroment Blob wie auch die Moeglichkeit selbigen wirklich erreichen zu koennen. Ein wenig mehr Liebe haette hier nicht geschadet.

Sound
Mal Hui. Mal Pfui. Und zwar in beiden Richtung ins Extreme. Generell ist die Soundkulisse sensationell. Umweltgeraeusche, meckernde Franzosen, zum Teil urkomische Propaganda Durchsagen aus den ueberall rumstehenden Lautsprechern. Sehr gute Sprecher der Hauptfiguren. Dazu noch die wunderschoen, jazzige Barmusik, die sowohl im "La Belle" wie auch im Autoradio zu hoeren ist. Alles in allem eine glatte 8 von 10. Die Kehrseite der Medaille sind die fehlenden 2 Punkte. Die sind den unfreiwillig komischen Sprechern einiger Nazis geschuldet. So ist ein Grossteil des gemeinen Wehrmachtsfussvolkes ohne Untertitel nicht zu verstehen. Obwohl sie Deutsch sprechen. Angeblich. Wahlweise sprechen die mit so einem brutal osteuropaeischen Akzent oder aber ein englischer Muttersprachler verhaspelt sich wiederholt in den Wirrungen der deutschen Aussprache. Dass es auch anders geht, zeigen die Sprachfetzen anderer 0815 Nazis. Wie auch bei der Grafik scheint man hier das Spiel nicht ganz so zuende gebracht zu haben, wie man es (hoffentlich) wollte.
 
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Eindruecke TEIL II

Gameplay
The Saboteur bedient sich in Sachen Gameplay so ausgiebig bei Rockstars Schurkenserie, dass man es teilweise schon unverschaemt nennen muss. GTA meets "Agenten sterben einsam" . Und zwar in Paris, 1940. Autofahren. Leute umnieten. Irgendwo fuer reichlich Randale sorgen und dann den Haeschern entkommen. Alles schon gesehen. Alles schon gespielt. Die Missionen bestehen eigentlich immer nur darin sich von A nach B zu bewegen. Bei B angekommen in irgendeiner Form gewaltsam fuer Unruhe zu sorgen und dann die Beine in die Hand zu nehmen. Nur jedes mal anders verpackt. Das allerdings bis zu diesem Zeitpunkt sehr unterhaltsam und zum Teil wirklich fesselnd. Einfach irgendwo reinstuermen wie irre um sich ballern und dann stiften gehen, resultiert zumeist im Ableben Seans. Es mag seiner irischen Abstammung geschuldet sein, dass er zum Teil unfassbar viel aushaelt. Aber gegen eine absolute Uebermacht an Nazis hat auch unser Held keine Chance. Hat man seinen Auftrag ausgefuehrt, loesen die Nazis verstaendlicherweise Alarm aus, der aehnlich wie bei GTA, in verschiedene Stufen eingeteilt ist. Deswegen ist es ratsam seine Vorgehensweise ein wenig zu planen. Theoretisch gibt es immer mehrere Herangehensweisen an ein Ziel. Ueberwaeltige ich lautlos einen Nazi, ziehe mir dessen Uniform an und versuche unerkannt an mein Ziel zu gelangen? Elimieniere ich erst diverse Wachen um den Weg freizuraeumen? Oder waehle ich die ganz harte Tour und verwende vorhandene Infrastruktur, wie zB Geschuetze um mein Ziel zu erreichen? Das Planen und ausbaldowern einer Vorgehensweise macht echt Laune. Genauso wichtig ist es seine Fluchtroute aus dem aufgescheuchten Gebiet moeglichst vorher zu planen. Nehme ich ein Auto, verduennisiere ich mich ueber die Daecher oder ist evtl. sogar ein Versteck in der Naehe, in das ich mich verkriechen kann, bis der Aufruhr vorbei ist? Auf dem Papier sieht das zwar relativ gut aus aber zumindest das Stealth Element funktioniert nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt. In der Regel fliegt die Verkleidung eher frueher als spaeter auf und dann ist es an der Zeit die Waffen sprechen zu lassen. Und das macht dank der KI der Gegner richtig Spass. Die Nazisoldaten rennen nicht einfach stumpf durch die Gegend und ballern auf einen sondern suchen sich Deckung, rennen vor geworfenen Granaten weg, schliddern unter LKWs usw. Man selber tut gut daran die Umgebung auszunutzen um seine Feinde relativ gefahrlos ausschalten zu koennen. Funktioniert wirklich prima.

Um fuer Radau zu sorgen braucht man entsprechendes Geraet. Das nimmt man entweder getoeteten Gegnern ab, findet es in sorglos stehengelassenen Kisten der Deutschen oder kauft es auf dem Schwarzmarkt. Im Laufe des Spieles werde wie handelsueblich weitere Waffen und andere Gimmicks freigeschaltet. Unter anderem kann man Karten erwerben, auf denen Naziziele eingezeichnet sind. Das ist nicht ganz unerheblich, benoetigt man doch Geld, hier in Form von Kontrabande, um sich den ganzen Quatsch ueberhaupt leisten zu koennen. Bezahlt wird man zwar durch das Erfuellen der Storymissionen. Die Kohle reicht aber bei weitem nicht aus. Sprengt man hingegen munter hier und da Nazieinrichtungen in die Luft, bessert das die eigene Boerse erheblich auf. Diese Freeplay Targets sind ueber das gesamte Spielareal verteilt und beinhalten von gar nicht bewachten Lautsprecheranlagen bis hin zu schwerem, von reichlich Feinden umgebenem, schwerem Kriegsgeraet so ziemlich alles, was sich mit einer Ladung Dynamit pulverisieren laesst. Auch hier laesst der Gegner natuerlich nicht alles straffrei mit sich machen und man sollte zusehen, dass man Land gewinnt. Oder aber sich stellt. Ab einem gewissen Zeitpunkt exsistieren im Spiel naemlich Zonen, in denen sich Resistance den Nazis stellt. Und dann geht es richtig rund. Massenschiessereien zwischen Deutschen und hoffentlich vorher aufgelevelten Franzosen mit reichlich Aekkschn. Da ich das gerade erst freigeschaltet habe, kann ich darueber noch nicht allzuviel sagen. Sah aber spassig aus. Die Steuerung selber laeuft in allen Situationen relativ fluessig von der Hand. Lediglich bei Pruegeleien und beim Klettern hakelt es ein wenig. Genauso wie gelegentlich bei der Kamera. Laesst sich aber alles verschmerzen.

Wie schon eingangs erwaehnt bin ich nach ~10 Stunden Spielzeit bei 45% der Missionen und bei 7% der Freeplay Targets. Dementsprechend umfangreich duerfte das Spiel sein. Und viele Freeplay Dinge wie Autorennen, Autos sammeln oder Perks freischalten, habe ich noch garnicht gemacht. Man hat auf jeden Fall reichlich zu tun. Der Schwierigkeitsgrad ist auf Normal relativ leicht/zu leicht.



Fazit
Unterm Strich sehr positiv. Story, Dialoge und Charactere sind trotz der teilweise haarstraeubenden Klischees recht gelungen und fuer den ein oder anderen Lacher gut (Man erklimmt unter heftigstem Feindbeschuss einen tierisch hohen Turm. Oben engekommen erntet man von Sean ein "Fucking Stairs." als man sich ballernd seinen Weg wieder nach unten bahnt). Die Praesentation ist trotz einiger Maengel wirklich gut. Das Gameplay selber ist so 100%ig von GTA abgekupfert, dass es nicht mehr feierlich ist. Das tut dem Spielspass zumindest mir aber keinen Abbruch. Ueber die Sinnhaftigkeit permanent irgendwelche Autos zu klauen so, als hiesse man Nico Bellic oder Carl Johnson laesst sich sicherlich streiten. Ebenso ueber Seans traumwandlerische Sicherheit beim Erklimmen von Gebaeuden. Aber gut. Schwamm drueber. Wer Open World Spiele mag und auf schoene Stimmung steht sollte zuschlagen. Von mir wuerde The Saboteur Pi mal Daumen ca. ne 78-80 bekommen.

Zum Schluss folgt allerdings noch ein Aber. Und zwar ein sehr, sehr, sehr, sehr grosses !Aber!. The Saboteur ist ein Spiel der verpassten Moeglichkeiten. Und das ist irgendwie ernuechternd. Durch die genial umgesetzte Atmospshaere des Settings haette man die Moeglichkeit gehabt, trotz der offensichtlichen, spielerischen Parallele, aus einem sehr gutem GTA Klon ein eigenes, sensationelles Spiel zu machen. Und das ist wahnsinnig schade. Man hat permanent das Gefuehl, dass das Spiel nicht wirklich geworden fertig ist. Dass der letzte Feinschliff fehlt. Und zwar an allen Fronten. Ein paar Monate mehr Arbeit und Pandemic haette einen absolut genialen Titel abgeliefert. Aber dass das nicht passiert ist, duerfte der finanziellen Situation geschuldet sein. In diesem Sinne RIP Pandemic.
 
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Verdammtes "Ach nur noch die eine Mission" Syndrom. Mann war das spaet gestern ...

Ein paar kleine Dinge, die mir gestern noch nacht passiert sind. Versucht NIE in Autos einzusteigen, die direkt an einer Wand stehen. Man kann dann abssolut nichts mehr machen. Doof. Desweiteren verschwinden scheinbar optionale Questgeber ab und zu sobald man wieder in der Story weiterspielt. Deswegen werde ich jetzt erst mal alle optionalen Questen machen. So halbwegs intelligent sich die Gegner verhalten, so daemlich scheinen die freundlichen NPCs zu sein. Manchmal bleiben die in aller Seelenruhe im Kreuzfeuer stehen oder verweilen froehlich neben einer gerade eben gelegten Sprengladung. Beides ist der Gesundheit natuerlich nicht zutraeglich und man darf die Mission nochmal spielen. Mittlerweile bin ich im besetzten Teil von Paris angekommen. Der eigentlich Inhalt der Missionen aendert sich zwar nicht. Jedoch hat der Schwierigkeitsgrad angezogen und macht das Planen der Vorgehensweise noch wichtiger. Sehr geil.

Gestern noch durch Zufall rausgefunden: Geldprobleme? Einfach eine AA Gun freiraeumen, Kanone besetzen und munter anfangen Nazis abzuknallen. Sobald Alarmstufe 4 ausgeloest wurde, kommen Zeppeline an. Die kann man wunderbar vom Himmel holen. Bei Stufe 5 gesellen sich noch Jagdflugzeuge dazu. Auch die lassen sich bequem abschiessen. Zeppeline geben 50 Kontrabande und die Flugzeuge 100. Dadurch, dass man auf Normal nahezu unverwundbar ist sobald man sich auf einer AA Gun befindet, laesst sich so einfach Geld machen. Sobald man genug hat abspeichern. Neuladen. Et Voilá. Netter Nebeneffekt sind diverse Acheivements und Perks, die durch den Amoklauf freigeschaltet werden.
 
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Fertsch.

Das was ich in Bezug auf das "irgendwie-noch-nicht-fertig-Gefuehl" geschrieben habe zieht sich durchs gesamte Spiel und wird im Spielverlauf immer deutlicher. Speziell gegen Ende wird es zum Teil wahllos. Zum einen versanden fuer die eigentliche Story wichtige Nebenmissionen und deren Handlungsstraenge im Nirvana. Die Hauptstory selber endet zwar halbwegs schluessig schwenkt aber auch ein grosses "Nicht wirklich fertig" Schild. Und in technischer Hinsicht wird es wirklich offensichtlich. Zwei oder drei Missionen sind echt hakelig zu spielen. Telefonkabel enden mitten in der Luft, Kollisionsgeometrieen sind manchmal ein Aergernis und die gescripteten Spawnpunkte der Feinde sind an einigen Stellen wirklich unfair.

Spieldauer ist mit ~25 Stunden fuer saemtliche Missionen, bei erfuellten 16% der Free Play Targets in Ordnung, haette aber spieziell in Bezug auf die Hauptstory ein wenig laenger sein koennen. Genauso wie die Entwicklungszeit. Ein paar Monate mehr Zeit haetten das Spiel richtig rund gemacht und aus einen guten Spiel waere ein Exzellentes geworden. So bleibt irgendwie ein etwas schales Gefuehl zurueck. Trotz der Maengel wurde ich jedoch wirklich prima unterhalten und hatte meinen Spass. So wird Saboteur mit Sicherheit noch ein paarmal im Laufwerk landen. Immerhin gilt es noch viel zu sabotieren. Und das macht nachwievor richtig Laune.
 
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