• Das großartige Treffen dieses Jahr wird nächstes Jahr wiederholt. Wir treffen uns wieder im Sauerlandpark. Diesmal ist der Termin noch nicht fixiert. Also schau im Thread vorbei und gib Bescheid, ob und wann du teilnehmen willst und kannst. Ich will auch!

Spieleindustrie

Das mit den 8 Stunden hätt ich jetzt - Karotschi - nicht gedacht. Ob man in Japans Hauptstädten mit 6K gut zurechtkommt, weiß ich nicht.

Aber auf jeden Fall scheint das Karma sich zu lohnen, wenn man das mit den Burnout-Buden sonst im „Westen“ vergleicht.
 
Mittlerweile geht mir die Doppelmoral von Jason Schreier auf die Nüsse. Seit Monaten nur seine scheiss Crunchtime-Aufhänger in den Studios. Würde der Affe nicht nur darüber schreiben, sondern auch Ahnung von Software-Entwicklung HABEN, wüsste er, dass SEINE ZUNFT maßgeblich dazu beiträgt, dass es die Crunchtime gibt.

Magst du das erläutern?
 
Warum funktionieren Shadow-Drops so gut? Ernsthaft. Sowas wie Apex ist wieder das beste Beispiel:

1. Keiner kannte das Spiel. Niemand hatte Erwartungen.
2. Entwickler hatten kein UNVERSCHIEBBARES Release-Datum.
3. Niemand konnte das Feature-Set festlegen außer die Entwickler selbst.
:biggthump So sollte es sein!

Im Endeffekt sollte es keine Release-Dates mehr geben. Zumindest keine kommunizierten. Im Zeitalter der digitalen Distribution wird das auch kein Problem mehr sein.
Dann kann man aber nicht mehr drauf hin fiebern.
 
Wenn ein Entwicklungsstudio ankündigt, dass daran gearbeitet wird, aber sonst keinerlei Details bringt
so wie bei Halflife 3? :'(


Aber ich weiß schon, was du meinst. Is dennoch schwieriger und hemmt den Hype deutlich. Dann kommt wieder dein bereits genannter Punkt zum Tragen:
Und jetzt kommt die Krux. Spiele werden finanziert. Zu 80% werden Spiele von ANDEREN finanziert, die dieses Produkt haben möchten. Zu einem Zeitpunkt X. Publisher zB. Dieser Zeitpunkt X ist oftmals an weitere Gegebenheiten gebunden (Marketing, Events, etc) und somit nur bedingt "verschiebbbar".
 
Spieleentwicklung ist ein kreativer, oft experimenteller Prozess - keine Frage. Aber planbar ist er schon. Nicht jedes Spiel erfindet das Rad neu. Die Probleme der Spielebranche sind in meinen Augen:
  • Wenig Seniorität. Viele erfahrene Leute verlassen die Branche und machen einen richtigen Job in ihrem Feld, weil sie da mehr verdienen können und gleichzeitig weniger ausgequetscht werden. Stattdessen werden Juniors in Massen gesucht (und gefunden), die sich fast automatisch verschätzen.
  • Die Überstunden werden von vornherein eingeplant oder es wird der ideale Entwicklungsverlauf als normal erklärt. Jedes Problem, jede Verschiebung ist etwas, das mit Überstunden aufgefangen werden muss.
  • Crunchtime, die von oben verordnet wird. Niemand hat ein Problem, wenn das Team geschlossen ein paar Stunden draufpackt, um etwas richtig geil zu machen. Aber wenn der Producer sagt, dass das Wochenende gearbeitet werden MUSS, läuft was schief. Schlimmstenfalls ist er es, der nicht mal mitmacht, aber bitte am Montag Ergebnisse sehen will.
Stimme aber zu: Die Spielepresse ist durchaus ein Faktor, der das alles verschlimmert, weil die sog. "Gamer" in ihrem Anspruchsdenken noch angefeuert werden.
 
Ich hab den Artikel zu Bioware bis jetzt nur teilweise gelesen, aber ich hab das so verstanden als wäre das Problem ein anderes, also nicht die Crunchtime sondern extreme Planlosigkeit über mehrere Jahre. Und darauf hinzuweisen halte ich für richtig.

Zu Apex und Erwartungen kann ich nichts sagen.
Wenn man etwas einbaut, was es in anderen Spielen schon gibt, dann muss man mit dem Vergleich rechnen und leben.

Bei No Man Sky wurden Dinge versprochen die so zum Release einfach nicht da waren. Mittlerweile wurde nachgeliefert und die Wogen geglättet.

Verschiebungen kosten Geld, aber unfertige Spiele kosten vielleicht noch mehr.
 
Zu Apex und Erwartungen kann ich nichts sagen.
es gab keine Erwartungen, weil das Spiel keiner kannte. Es gab quasi auch keinen Druck von außen. Ob das Team bzw dessen Leitung intern dennoch bissl Druck gemacht hat, weil man ja dann doch ein Release Datum (intern) hatte, weiß man nicht.

Bei No Man Sky wurden Dinge versprochen die so zum Release einfach nicht da waren. Mittlerweile wurde nachgeliefert und die Wogen geglättet.
Weil man es nicht geschafft hat, genau das meint @ChiefRayCrowNayBug ja. Besser wäre hier ein "When it's done". Das lässt sich aber schwer mit dem Rest der Welt vereinbaren.
Wäre ja nicht unfertig. Da es keinen Fertig-Status zum "Release" gibt.

Problem ist und bleibt die Erwartungshaltung bzw die Messlatte, die man sich selbst auferlegt oder die einem von außen aufgedrückt wird.
 
Weil man es nicht geschafft hat, genau das meint @Inkvine ja. Besser wäre hier ein "When it's done". Das lässt sich aber schwer mit dem Rest der Welt vereinbaren.

Ich lese eigentlich bei Verschiebungen fast immer ein "tjo, schade das es verschoben wurde, aber besser ein verschobenes und gutes/vollständiges Spiel als etwas, das unfertig und zu früh herauskommt".

Vielleicht lese ich (oder ihr) die falschen Seiten - aber von der Problematik höre ich zum ersten Mal.
Wer Vorbestellungen und Hype generieren will und dann über den Releasezustand lügt, der hat es nicht anders verdient.

Mir schwirrt als Positivbeispiel die ganze Zeit Nintendo durch den Kopf, aber die haben auch eine etwas andere Stellung.
 
Ich finde, dass man eben aufpassen muss bei Spielen. Spiele sind Kunst. Kunst kann man leider nicht planen. Versteht man nicht.

Filme sind auch Kunst. Und Hollywoodfilme haben Budgets im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Trotzdem geben sie ein oder zwei Jahre vorher taggenau den Release-Termin bekannt, statt sich auf diese Ausrede zurückzuziehen. :D

Wenn ich eine Deadline reiße, weil ich prokrastiniert habe, sage ich aber natürlich auch: DAS IST KUNST DAS IST NICHT PLANBAR!!! ;)
 
tjo, schade das es verschoben wurde, aber besser ein verschobenes und gutes/vollständiges Spiel als etwas, das unfertig und zu früh herauskommt"
Verschiebungen passieren WEIT im Voraus! Dann, wenn man da noch eingreifen kann, was Werbung, Marketing, Produktion etc angeht. Danach ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Wer Vorbestellungen und Hype generieren will und dann über den Releasezustand lügt, der hat es nicht anders verdient.
Darum geht es ja... Das sind die Publisher. Die Deppen sind am Ende aber die Entwickler.

Wir sind bei uns auch froh, dass wir unsere eigene Entwicklungsabteilung sind. Als Dienstleister wäre das ne ganz andere Baustelle. So sind wir fertig, wenn wir fertig sind, oder das Produkt kann zum einzelnen Zeitpunkt weniger als ursprünglich gedacht. Das ist innerlich bissl ärgerlich, aber kein Grund für Crunch oder dergleichen.
 
Ich finde, seitdem dieses "hinfiebern" als Marketing-Hype platziert wird, ist das ganze Thema eh durch. Genauso wie "Storytelling" (führe ich jetzt mal nicht aus).

Finde auch gut, dass ein Projekt mit "wir arbeiten dran" angekündigt wird, und dann (wichtig) auf jeden Fall abgesagt wird, wenn es gecancelt wurde. Der Rest? Mal ehrlich!

Die geilen Spiele, und oftmals asiatische Titel, die scheinbar (trotz Karoshi) mehr Respekt vor den Schaffenden haben, werden eh mehrfach verschoben usw. Mir erscheint, dass es eher ein EA, Ubisoft und Acivision-Problem ist.

Schon wieder: Weil da die Buchhalter an der Macht sind und irgendwie den kreativen Prozess mit der Bestellung über Amazon vergleichen. Jede Kunst ist irgendwann zu einer Industrie geworden, und irgendwann kam dann "Indie" dazu.

Sobald auch Kreative nicht für die Passion oder das eigene Projekt arbeiten (z.B: in StartUps) – quasi "nur" für den Gehaltscheck eines Projektes, sinkt die Produktivität auf ein "normales" Maß. Ist halt so – wollen überall alle nicht wahr haben, das ist ein Problem des Kapitalismus, nicht nur der Gamesbranche.

Vielleicht lernen die Buchhalter ja einmal, dass die konservativen Businesspläne eben überholt sind... und vielleicht lernen sie auch einmal, dass ein früher Release im "optimalen" Fenster mehr Schaden anrichtet als eine Verschiebung?

Das witzige: Da kommt irgend ein Typ mit einem virtuellen Lego, ein anderer bohrt ne große Map auf und erfindet Battle Royale (neu)... (usw.) die Bluechips kaufen alles auf, machen MeeToos, drehen am Rad – weil ein prozess-un-optimiertes-Produkt viel mehr Kohle macht als Ihre Druckmaschine... und dann machen sie alle Fehler erneut..

Ist übertrieben, aber meistens ist es so. Die Phänomene der letzten Jahre waren jetzt nicht die Mega-Budgets und geplanten Hypes.... Es kommt halt meistens anders...
 
Das mit der Chrunchtime ist aber durchaus überall normal. Wenn ein Projekt laufen soll, dann geht es gerade zum Ende hin darin dass das Datum gehalten werden kann. Ich bin gerade dabei eine Klinik für meinen Arbeitgeber zu eröffnen und zu leiten. Und danach noch eine. Heisst, Wochenende, Überstunden, Urlaub verschieben usw. Das ist klar und wird erwartet. Wenn nicht, dann bekommst Du den Job eben nicht. Klar, nicht fein, aber das ist in der Wirtschaft und in Unternehmen eigentlich ganz was normales. Leider, aber ich habe es noch nie anders erlebt.
 
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