Ja! Endymion musst du auf jeden Fall auch lesen. Und ja, es ist gut geschrieben, hah! (diese Frage stelle ich mir bei Dan Simmons mittlerweile nicht mehr)
In Endymion ist so viel drin, du wirst staunen. Übelst großformatige Geschichte, die, obwohl sie für sich selbst steht, zwingend zu Hyperion dazugehört!
Um dir vielleicht einen Appetizer zu geben (kein spoiling), die Geschichte beginnt mit folgendem Satz: "Sie lesen dies aus dem falschen Grund."
Na? Ist doch der Hammer. Also ich war sehr begeistert von dieser Eröffnung. Wie bei Hyperion, hat Simmons bei Endymion auch wieder alle Fäden fest in der Hand und weiß genau, was er schreibt. Man fühlt sich beim Lesen immer in Sicherheit. Auf die Idee, die Geschichte könnte ihm unter den Fingern wegfloppen, kommt man nicht. Wieder haufenweise Twists und Plots und Cliffhangerrei. Die Charaktere sind super und wieder einmal leidend, entschlossen, überlegen, brutal, leidenschaftlich... von allem ist was dabei, und mit vielen wird man wieder mal mitleiden. Die Geschichte selbst ist gigantisch. Massenweise Schauplätze, quer durchs Universum, Reisen, Abenteuer, Actionsequenzen und Spannungsszenen usw. Bei all der Furiosität, aber immer sehr gefühlbeladen und leidenschafltich, dramatisch und schön.
Simmons ändert wieder einmal seine komplette Erzählstruktur. Mehrere Handlungsstränge in Ich- und Er-Perspektive in allen möglichen Zeitformen. Bei Pater Captain DeSoya wirst du erleben wie kraftvoll Simmons im Präsens ist-
Endymion hat nur ein Problem, wenn es denn eins ist: Sein Vorgänger ist Hyperion! Hyperion ist Simmons Meisterwerk, sein Zentrum, und seitdem hat er es nicht mehr überboten. Aber das ist ja gar nicht schlimm, denn irgendein Buch im Gesamtwerk sticht immer heraus.
Also: Endymion unbedingt lesen! Das schöne daran ist auch, dass es so wunderbar lang ist.
