Lootboxen und Microtransaktionen

Was an dem Beispiel aber schräg ist: Ohne den – sagen wir einmal Arbeitnehmer – würde der Counterstriker im Prinzip verhungern oder hätte erst gar keinen PC.

...

Was ich sagen will: Dein Beispiel funktioniert so unter dem Mikroskop nur, wenn man vereinfacht. Und DANN existiert der Gammler "nur" weil ihn der Arbeitnehmer finanziert. Und dann wäre es doch nur "fair" wenn er auch etwas vom Gammler zurück bekommt? In dem Fall die Möglichkeit nicht von jemanden gepawnt zu werden, dem er das Überleben sichert.

Er ist auch so ein Verlierer. Ob mit dem Legendary, das kein anderer hat. Ob mit Legendary was alle haben. Er trägt NICHTS zum gesellschaftlichen Wohl bei sondern leecht Tag und Nacht von der Allgemeinheit, um "seinem Vergnügen" nachzukommen, weil ja die Gesellschaft als solche ihn "vernachlässigt" hätte.

Ich sehe ihr versteht euch :D
Ihr konzentriert euch aber zu sehr auf den Gammler, der wenn es die Zockerei nicht geben würde halt den ganzen Tag bekifft wäre, einfach weil er nicht funktionieren WILL.

Davon ab das ich es bedenklich finde das ihr euch bei solchen Leuten legitimiert fühlt sie aushebeln zu dürfen, versetzt euch in die Lage der Kids, der eigentlichen Zielgruppe. Soll die auch beim zocken, einer Freizeitbeschäftigung um abzuschalten, schon mit den knallharten Kapitalismusmechaniken konfrontiert werden? Jens kann nix dafür das seine Eltern nicht die Kohle haben wie die Eltern vom Toni, der ihn deswegen jeden Tag auslacht. Der hat nämlich die fettesten Perks bei release, weil er erstmal nen Hunni obendrauf investiert hat.

Ich dachte ich würde tolerant gegenüber Videospielen bei meinen Kindern werden, aber wenn das so weiter geht werden meine Kinder da keinen gesunden Wettbewerb erleben, dann sind sie im Fussballverein doch besser aufgehoben, auch wenn die anderen Kids alle größer und stärker sind.
 
Ich verstehe das! Ich weiss nur selbst noch nicht, was richtig und falsch ist, es gibt gute Argumente für beides. Deswegen bin ich kein Freund von Dogmen!

"Jens kann nix dafür das seine Eltern nicht die Kohle haben wie die Eltern vom Toni, der ihn deswegen jeden Tag auslacht. Der hat nämlich die fettesten Perks bei release, weil er erstmal nen Hunni obendrauf investiert hat."

vs.

" Jens kann nix dafür das seine Eltern ihn nicht erlauben den ganzen Tag zu zocken wie Toni, der ihn deswegen jeden Tag auslacht. Der hat nämlich die fettesten Perks zwei Wochen nach Release, weil es seinen Eltern egal ist, ob er sitzen bleibt, ausserdem muss er auch nicht mithelfen im Haushalt. Jens bekommt für seine Mithilfe aber mehr Taschengeld, das investiert er in Perks, damit hat er gegen Toni eine Chance."

Zeit ist Zeit! Es kommt immer darauf zurück ;). Ich kann btw. auch den ganzen Tag arbeiten und dennoch kein Haus haben (hab auch keins ^^), weil ich das nur für Spiele ausgebe :D z.B. !
 
OK, fassen wir zusammen:

Da wir Menschen in unseren Gesellschaften – wie immer – zu schwach sind, brauchen wir Schutz durch Regeln. Und eine Regel wäre, dass wir kein Leveln und keine Perks haben wollen! Dadurch sind alle gleich! Und wenn alle gleich sind, gibt es auch keinen Grund mehr für Lootboxen. Natürlich auch keine kosmetischen Veränderungen.

Bin dabei!
 
Vielleicht eine Sache, die geht mir seit seeligen Wow Tagen schon auf den Sack. In Spielen kann man keinen "Erfolg" haben, es ist eine im Großen und Ganzen recht sinnfreie Freizeitbeschäftigung die rein der Unterhaltung dienlich ist. Bestätigung wird man dort keine befriedigende finden.

Oggi hat aber ein paar schöne Aspekte aufgeführt, solche Instrumente spalten unsere Gemeinschaft immer weiter und führen - wie bereits erwähnt - zu vermeidbaren Konflikten.

@ChiefRayCrowNayBug: QFT, hatte deinen Beitrag nicht gesehen.
 
So, jetzt auch Zeit mal etwas detaillierter darauf einzugehen
Aber ich werde meinem Sohn auch erklären, dass das letzte was er tun sollte, sich über "Achievements" in einem trotteligen Spiel zu definieren.
Japp! Mit Achievements hat es angefangen. Auch die geben mir genau nix, kann die Faszination aber teilweise verstehen.
Aber auch hier wirst du erleben, dass Geld den Abend deines Sohnes definiert. "Wer hat die neuesten CR7-Schuhe?", "Wer hat das neueste Barca-Trikot?", "Wessen Eltern spenden für den Jugend-Abend am meisten?", "Welcher Elternteil ist im Vorstand?", und...und..und...
Das ist überall so! Da muss man gar nicht erst zum Sport schauen. Leider!

Wo wir übrigens auch wieder beim Thema sind, dass eine Nintendo-Konsole für Kids einfach das Beste ist. Keine Lootboxen. Keine Gewalt. Es geht nur ums Zocken.
Und wenn mein Sohn meint, mit 13/14 wäre die Nintendo-Konsole zu uncool, dann soll er halt Zeitungen austragen, um sich sein Hobby auf PS7/PC zu finanzieren. Ich finanzier den Käse defnitiv nicht.
Rüschtüsch! So war es bei mir damals auch und man hat dem allem gegenüber auch ne völlig andere Wertschätzung imho.
 
Du argumentierst, dass du zwölf Stunden im Büro warst, aber fünf davon liest du hier und postest Romane und Videos zurück :D

edit: Und gleich argumentierst du, dass das alles nur 30min gedauert hat :D

Ja, das sind ja nun Ausnahmen. Mache ich ja nicht jeden Tag, in den letzten beiden halt häufiger. Meistens wenn ich was rendere oder warte.

Weg gehen und etwas machen, was ich will, kann ich dennoch nicht :/. Arbeit ist ja nicht nur produktiv. Was ist sonst mit einem Parkplatzwörter?
 
Was mich an den Boxen am meisten nervt ist, dass sie völlig glücksbasiert sind. Was soll dass denn? Wenn ich in CoD oder Battlefield ne spezielle Waffe will, dann sollte das über nen nachvollziehbaren Weg erreichbar sein. Z.B. eben mit einer speziellen Klasse spielen oder für die Verbesserungen einer Waffe eben diese lange verwenden. Hier kann es sein, dass ich ewig spiele, aber das was ich will einfach nicht freischalte. Dazu ist der spielerische Weg ja auch bewusst langwierig gehalten. Man kriegt ja wohl auch nicht mehr Punkte für gute Matches, sondern nur für die Zeit die man investiert.

Was Jaro beschreibt finde ich auch ok. Ist nichts für mich und eine Welt ohne fände ich schöner. Aber es beeinträchtigt mich als normalen Spieler nicht wirklich. Da habe ich die normale Progression über Spielzeit. In BF 2 beeinträchtigt mich das Design aber eben schon, es ist eben alles auf den Verkauf der Boxen ausgelegt. Gäbe es eine normale Progression und man könnte alternativ Boxen kaufen, dann wäre es wieder was anderes. Für mich immer noch sehr negativ, aber damit könnte ich leben.

Und machen wir uns nichts vor, wir sind nicht die Zielgruppe von den Boxen. Da geht es um Kinder und Jugendliche, denen da das Geld aus den Taschen gezogen wird und vereinzelt auch um Menschen mit zu viel Geld, die da auch mal eben ein paar hundert Euro liegen lassen. Dazu kommen dann natürlich noch die Menschen, die anfälliger für Suchtverhalten sind.

Ein Bekannter von mir arbeitet als Psychologe in der Mobile Games Branche. Es ist einfach so, dass ganze Spielelemente bewusst so gestaltet werden, dass gefährdete Zielgruppen zum Kauf verführt werden. Im Klartext: Schüler. Keine Ahnung wie er mit sich selbst leben kann, ist aber auch ein ziemlich ekelhafter Zeitgenosse.
Genau das ist, was mich an dem System auch am meisten stört. Gab ja erst eine "Untersuchung" seitens der ESBR und seitens der USK und beide haben IIRC festgestellt, dass die Lootboxen nicht unter Glücksspiel fallen :(


Unser @burglar sieht das imho aber alles viel zu emotional. Wenn man von dieser Warte aus auf das Ganze schaut, kann man eigentlich nur weglaufen :D
 
Was ich sagen will: Dein Beispiel funktioniert so unter dem Mikroskop nur, wenn man vereinfacht. Und DANN existiert der Gammler "nur" weil ihn der Arbeitnehmer finanziert. Und dann wäre es doch nur "fair" wenn er auch etwas vom Gammler zurück bekommt? In dem Fall die Möglichkeit nicht von jemanden gepawnt zu werden, dem er das Überleben sichert.
Hier möchte ich nochmal auf mein Posting von gestern verweisen:
Wenn das Matchmaking wirklich gut ist, werden die Mega Helden mit den Leuten zusammen geworfen, wo nach paar Spielen festgestellt wird, dass die eh nix können und nach 30h wieder aussteigen! @Jaro, @thething und co quasi. Letztere zu verlieren, ist nicht schlimm. Ersteren ein stetig anhaltendes Erfolgserlebnis zu geben - und die rocken letztere mal RICHTIG - hingegen schon.

Und die Trackings sind heute schon so gut, dass genau das funktionieren kann! Vermutliche Abspringer opfern, um die Wale zu schröpfen.

Problem ist das keins, merken wird es keiner und gearscht sind der Gammler und der Arbeiter!

Übrigens: Ein Win-Win wäre, wenn der Arbeiter statt 40€ zu zahlen um alles zu bekommen, die 40€ dem Gammler gibt, der das dann freispielt :D
 
Zufälliger Gegenstand, der sich im Wert unterscheidet kaufbar ==> Glücksspiel Ab 18. Fertig. Da gäbe es bei mir auch keine Mischung. Richtig strikt. Und gut ist.
jepp. Kann die Entscheidung auch nicht nachvollziehen. Alle diese Spiele sollten ab 18 sein.

Das Schlimme ist, dass die LootBoxen etc ja meist sogar erst (in der aktuellen Zeit wurde es weniger, wird aber sicher wieder mehr nach der aktuellen Debatte) paar Wochen nach Release - und damit nach den Reviews - die Lootboxen und Co via Patch nachgerüstet haben.
 
Und genau hier ist der feine Unterschied. Wenn es ein Grind ist, der am Ende zu einem zufälligen Item führt, ist das deutlich besser als eine verschissene Lootbox, die man für Kohle kaufen kann und auch zufällig ist. Die Grauzone ergibt sich ja meist erst, weil die Wichser von Publisher „sowohl als auch“ machen. Also mit (erspielbarer) Ingame-Währung UND Echtgeld kaufbar. Ich kann da auch NULL die USK nachvollziehen. Zufälliger Gegenstand, der sich im Wert unterscheidet kaufbar ==> Glücksspiel Ab 18. Fertig. Da gäbe es bei mir auch keine Mischung. Richtig strikt. Und gut ist.

So ist es und da fliegt dann bitte auch gleich der ganze Schund mit aus den Appstores.
 
Im Übrigen ist das krasseste dahingehend auf dem PC Markt imho. Keine Ahnung, wieviele sich da auskennen hier, aber was bei Team Fortress 2, CounterStrike Global Offense und PlayerUnknowns BattleGrounds abgeht, ist nochmal viel schlimmer.

Da gibt es mit Steam einen öffentlichen Marktplatz für die (Ingame-)Items. Die kann man an andere Spieler gegen Echtgeld verkaufen. Natürlich nimmt Valve hier einen Obulos.

Mein Bruder hat die Tage ein Schulkleidungs-Kleid verkauft. Für 400€! WTF :D War in einer Lootbox bei PUBG!
 
Im Übrigen ist das krasseste dahingehend auf dem PC Markt imho. Keine Ahnung, wieviele sich da auskennen hier, aber was bei Team Fortress 2, CounterStrike Global Offense und PlayerUnknowns BattleGrounds abgeht, ist nochmal viel schlimmer.

Da gibt es mit Steam einen öffentlichen Marktplatz für die (Ingame-)Items. Die kann man an andere Spieler gegen Echtgeld verkaufen. Natürlich nimmt Valve hier einen Obulos.

Mein Bruder hat die Tage ein Schulkleidungs-Kleid verkauft. Für 400€! WTF :D War in einer Lootbox bei PUBG!
=> http://steamcommunity.com/market/search?appid=578080#p1_price_desc
 
Unser @burglar sieht das imho aber alles viel zu emotional. Wenn man von dieser Warte aus auf das Ganze schaut, kann man eigentlich nur weglaufen :D

Ach, ich bin halt so veranlagt. Ich kann mit der Haltung prima leben. Ich lass den Kram einfach liegen und spiel was anderes.
Ist halt schade weil ich früher leidenschaftlich gerne Battlefield 1 & 2 gezockt habe und das ganze im Star Wars Setting auch richtig gut vorstellen kann, aber da ist für mich halt was im Weg was ich ablehne. Analysieren, aufregen, Konsequenz ziehen und danach hoffentlich etwas finden was mich dann positiv berührt. Ist ja zum Glück noch hauptsächlich eine Shooter Krankheit. Ich greif dann bei Bock auf Competition zu nem Racer oder nem Sport Spiel. Wobei es da ja auch langsam Einzug erhält, bei Fifa in Form von Ultimate Team oder bei Racern mit besseren/gepimpten Autos. Aber da gibt es noch genug Auswahl wo man es komplett ausblenden kann und durchs Matchmaking oder Spielmodi separieren kann. In den Shootern sind halt alle in einem Topf. Aber wenn es dort auch Einzug erhält und bei Fifa irgendwann keine einfachen online Ligen gibt sondern nur noch Sachen wo Microkacke mit einfließt werde ich mich wieder aufregen und dem Spiel den Rücken kehren. Dann schimpf ich viel und diskutiere leidenschaftlich, hab dabei immerhin das gute Gewissen nicht zu der Entwicklung beigetragen zu haben.

Emotional dabei zu sein ist mir wichtig, dadurch merke ich selbst ob mir das ganze Thema noch etwas bedeutet oder ich mich besser mit was anderem beschäftigen sollte. Die Sinnkrise bei den Interessen kommt bei mir immer dann wenn das Emotionale in mir schon längst das Weite gesucht hat. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
jepp. Kann die Entscheidung auch nicht nachvollziehen. Alle diese Spiele sollten ab 18 sein.

Das Schlimme ist, dass die LootBoxen etc ja meist sogar erst (in der aktuellen Zeit wurde es weniger, wird aber sicher wieder mehr nach der aktuellen Debatte) paar Wochen nach Release - und damit nach den Reviews - die Lootboxen und Co via Patch nachgerüstet haben.

Ich glaube "Wert" ist hier das Problem. Welchen "Wert" hat etwas virtuelles, was man nicht parallel noch direkt für teurer kaufen kann?
 
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