Spielt das! Wer nur im entferntesten etwas mit storyfokusierten Shootern a la Bioshock anfangen kann, wird Deathloop lieben. Dazu kommt das sich Deathloop durch die Erzählstruktur des täglichen Loops wahnsinnig frisch anfühlt. Dabei ist es im Kern eigentlich ein recht geradliniges Spiel, das einem jederzeit ein schönes Gefühl von Freiheit gibt aber nie den roten Faden verliert.
Um den Loop zu brechen müssen binnen eines Tages 8 „Bosse“ bezwungen werden, dafür hat man allerdings nur 4 „Zeitsegmente“ Zeit, weswegen man Anfangs maximal 4 innerhalb eines Loops bezwingen kann. Durch das finden von Hinweisen und die Manipulation der Level muss man es schaffen mehrere Ziele innerhalb eines Levels zusammen zu erledigen. So kann man z.B. am Morgen ein Experiment manipulieren damit ein Wissenschaftler lieber Abends auf einer Party den Frust von der Seele säuft als in seinem Labor zu forschen. Womit man sowohl den Gastgeber der Party, als auch den Wissenschaftler Abends zusammen auf der Party erledigen kann.
Genau solche Aufgaben sind letztendlich der Kern des Spiels, wie finde ich heraus wer sich wann und wo befindet und wie schaffe ich es den Loop so zu manipulieren damit sich die Ziele dort einfinden wo es mir passt.
Dazu kommt das manche Ziele nicht einfach zu erledigen sind (z.B. wie findet man bei einer Party bei der alle Masken tragen raus wer mein Ziel ist ohne gleich alle umlegen zu müssen) und man, ganz wie in Hitman, durch einige Hinweise spezielle Attentate verüben kann, bei einigen muss man nichtmal selbst Hand anlegen. Hier ist das Spiel aber völlig frei, man kann sich grundsätzlich durch alles durchballern, es macht aber sehr viel Spaß die Möglichkeiten auszuloten und möglichst effektiv vorzugehen.
Dazu sind die eher kleinen aber komplett offenen Level vollgestopft mit Hinweisen, Storyelementen und Geheimnissen. Selten hat mir das erkunden der Welt, gerade zu Beginn, so einen Spaß gemacht, da man an jeder Ecke etwas entdecken kann. Worldbuilding und environmental Storytelling sind absolut gelungen, um mal ein paar Buzzwords reinzubringen.
Die 4 offenen Bereiche der Insel sind in jeweils vier Tageszeiten verfügbar, wobei innerhalb eines Levels die Zeit nicht weitergeht, weswegen man beim erkunden der Level auch keinerlei Zeitdruck hat. Die Zeit schreitet erst voran wenn man das Level verlässt.
Leider gibt es einen großen Kritikpunkt, die Gegner KI ist bescheiden und gehört zum schlechtesten was ich in letzter Zeit gesehen habe. Was beim schleichen noch halbwegs funktioniert, wird spätestens bei größeren Shootouts zu Comedy. Alle rennen wild durcheinander, Deckung ist ein Fremdwort und warum nicht einfach um die selbe Ecke rennen an der schon zwanzig tote Kollegen liegen
. Auch komplette Totalaussetzer der KI sind keine Seltenheit.
Trotzdem war Deathloop knappe 30 Stunden exzellente Unterhaltung die man sich nicht entgehen lassen sollte und das imo beste New Gen Spiel bis jetzt. Auch wenn es optisch so auch easy auf der Last Gen laufen würde, dafür hat es sattelfeste 60fps und eine wunderbare Ästhetik, beides ist mir sowieso am Ende wichtiger als optische Spielereien.
Mein GOTY bislang und ich sehe dieses Jahr eigentlich kein Titel mehr der das ändern könnte (eventuell Metroid Dread).