Da im Allgemeinen das Thema noch einmal aufkam, dass sich das Blaster hier gar nicht vorstellen kann, warum COD so gehyped wird:
Ich habe mir die Frage ja auch gestellt, auch warum ich dieses Format seit quasi 19 Jahren jährlich kaufe und spiele. Zwischendurch sogar auf mehreren Plattformen gleichzeitig. Und alles nur MP... der Singleplayer interessiert die Spielerschaft "kaum".. und das drastisch "kaum".. der MP ist aber ein Evergreen. Man findet auch heute noch in Sekunden Lobbies für uralte COD-Versionen. Es ist also für FC/ Madden oder andere Serien, die man einfach als To-Go jedes Jahr kauft und haben will.
Ein wenig habe ich hier ja geschrieben:
https://blaster-foren.de/threads/spieleindustrie.30502/post-1436637
Zugänglichkeit, Schnelligkeit, weniger Ernsthaftigkeit.
ABER das ist irgendwie nicht das USP....
Wie gesagt, ich musste selbst einmal nachdenken, aber für mich habe ich irgendwie die Antwort gefunden. Das versteht man aber auch wirklich nur, wenn man das Spiel kennt:
Der Star sind die Maps.
Ich kenne kein Spiel, dass so die Maps zelebriert. Das ist eine perfekte Symbiose, auch mit der Grafik, die sehr gut, flüssig, detailliert und
realistisch und 100% stilsicher ist.
Ich persönlich kann deutlich weniger mit diesem pazifistischen Comic-Look anfangen. Das Gameplay mag okay und gut sein, aber realistisch, ohne uncanny aber auch nicht zu "krass" oder "ernsthaft".. die Mischung passt hier eben top.
Was aber besonders ist: Jede Map ist ein ... anderer Mood / Vibe. Wenn ich 1 Stunde COD zocke im MP, dann habe ich das Gefühl in 4-5 "Welten" drin gewesen zu sein.
Erklärung: Die ersten Maps am Anfang einer Season sind immer Versionen der Kampagne, also thematisch schon passend. Dazwischen gibt es "Evergreens" aus allen Serien-Teilen. Nur wenige, wenn überhaupt welche, der neuen Maps haben das Potential, Klassiker zu werden (man votet ja als Lobby).
COD, vor allem der Hardcore-Mode, den ich spiele, lebt vor allem von Reaktion und Map-Kenntnis. Aiming und Strategie sind hier deutlich weniger wert, deswegen wird COD auch von Millionen casual gezockt.
Wenn du die Map gut kennst und ausgeschlafen bist, wirst du Spaß haben können. Ohne 1000 Stunden als Futter üben zu müssen.
Durch die Map-Kenntnis werden Maps aber auch irgendwann zu "Orten", und die realistische Grafik und Fidelity pushed das extrem.
Es gibt militärische Maps aus der Kampagne, aus alten Teilen.. Sümpfe, Hochhäuser, Abschussrampen aus der Sowjet-Zeit, die Ikone.. Nuketown als Test-Dorf für nukelare Explosionen, UBoote, Hangar, verschiedene Epochen... Aber auch Geisterstädte, so "Irres", übernatürliches Zeug.. dann Funparks, ein Zoo in Russland, eine F1-Strecke mit Paddock, ein Stadion, Skatepark.. Teure Villen, alte Westerndörfer...
Cosy Städtchen in Südeuropa, auf der ganzen Welt ... Yachten...
Und jede Map, die mit der Zeit ja ein "Ort" geworden ist, hat diesen ganz besonderen Vibe und Mood.
Das nehme ich da echt raus. Man leeched quasi den Mood der Map. Man spielt also einen Spooky-Shooter, dann eine Kalte-Krieg-Story.. dann Tony Hawks.. obwohl da Gameplay immer das selbe ist.
Also würde man Tetris Effects spielen, aber die Musik, die Hintergründe und das Design sind so krass einnehmend, dass man eigentlich einen Space-Shooter mit Tetris-Interface spielt.
9 Minuten in einem kleinen Andenforf erinnern mich an Urlaub, 10 Minuten im Skatepark machen Bock aufs Skateboard... Sonnenuntergang hier... Konzert da..
Storytelling geht hier 100% mit den fantastischen Maps.
Das habe ich in keinem Spiel so erlebt. Battlefield ist zu ernsthaft imho.. da gibts halt die militärischen, passenden Objectives, die GenZ-Shooter sind grafisch zu sehr Kulisse... Halo hat halt technisch gemachte Maps, aber die wirken emotional eben nicht.
Wie als hätte man ein Lego-Set... Gameplay ist das selbe, aber Vibe trägt die Experience.
So, genug Monolog.