Wenn ich schonmal da bin.... hoch mit diesem wertvollen Thread
Da ja zum Fasching 2011 eine entsprechende Aktion geplant war, war es natürlich ein Vergnügen, vorab schon etwas passende Stimmung aufkommen zu lassen.
Also fiel dann meine Wahl für die nächste U-Bahn Lektüre auf...
Blutorks (Dreiteiler - Bernd Frenz)
Bei der Blutork Trilogie geht es um den jungen Ork Krieger Urok, der seinen Platz in der Gemeinschaft erst noch finden muss.
Während der blutigen Niederschlagung einer von Menschen unerlaubt in Arakia (das Gebiet der Orks) eröffneten Mine, macht Urok allerdings eine unerwartete Bekanntschaft.
Er lernt Ragmar, den Sohn eines Menschensöldners kennen und ist sofort von dessen Buch voller Zeichnungen in den Bann gezogen.
Darin gibt es Dinge zu sehen, von denen Urok nicht im Traum geahnt hat, dass diese existieren.
In ihm wächst langsam die Erkenntnis, dass die bislang für dumm gehaltenen Menschen sehr viel mehr auf dem Kasten haben, als die Orks bisher dachten, dass sie ihre körperliche Unterlegenheit sehr gut durch Hinterlist und Hilfsmittel aufwiegen können - und dass Arakia möglicherweise Gefhar droht.
Dieser Sinneswandel von Urok ist den anderen Orks der Schar nicht entgangen, und somit manövriert sich Urok immer mehr ins Abseits, bis er schließlich allein dasteht und hasserfüllt seine eigene Schar gründet.
Als einziger Kontakt bleibt ihm letzten Endes seine Schwester, Priesterin am heiligen Hort. Dort beten die Orks eine höhere macht an - das Blut der Erde, aus welchem sie ihre Kraft ziehen.
So macht sich Urok auf die Reise in die Menschenlande, um Ragmar die letzte Ehre zu erweisen. Doch es kommt alles anders als er denkt, und schnell macht er erste Bekanntschaft mit einer Schattenelfin namens Feene, welche er aus einer vermeintlichen Gefangenschaft befreit. Doch schnell ist die Intrige durchschaut, und fortan weiß Urok nicht mehr so recht, was Feene wirklich vorhat...
Die weitere Reise führt Urok bis in die Stadt Sangor, über welche der Tyrann Gothar in seiner schwebenden Festung regiert.
Urok gerät im Laufe der Geschichte in Gefangenschaft, lernt neue Freunde kennen, bekommt neue Feinde, und erfährt immer mehr über das Wesen der Menschen.
Mehr sei an dieser Stelle mal nicht verraten.
Besonders ausführlich beschrieben sind die zahlreichen Kampfszenen, passend zu Orks natürlich mit viel Blut und Splatterdetails. Der Autor scheint hierfür eine Vorliebe zu haben.
Auch gefallen haben mir einige Charaktere wie Urok selbst, dessen teilweise naive Sicht der Dinge durchaus unterhaltsam ist. Ab und zu schwankt er aber zwischen unbesiegbar und dann wieder einem Kümmerling der das erste mal ne Waffe in der Hand hält, das wirkt nicht immer ganz schlüssig.
Leider gibt es vereinzelt auch Charaktere, die ich über die gesamten drei Bände hinweg als unzureichend ausgearbeitet in Erinnerung behalten habe.
So zeigt Feene während des Verlaufss zweimal einen radikalen Wandel, welchen ich in dieser Form für zu unglaubwürdig halte. Zu schnell, ging dieser Wandel von statten.
Sehr gut gefallen hat mir gerade der dritte Band mit seinen Listen, verschwörungen und Geheimaktionen in und um Sangor.
Urok, der sich bei brütender Hotze in der Arena wiederfindet, um Gladiatorenkämpfe zu bestreiten.
Grindel, welche sich mit einer Nordfrau verbündet, um im Haushalt des Herzog Garske (ein Bilderbucharschkrampenherzog - sehr sympathisch) für Unruhe zu stiften.
Umso mehr schmerzt es, als ich plötzlich mittendrin feststelle, das Kapitel "die letzte aller Schlachten" beginnt. Da hatte ich schon die Nägel gewetzt, und entsetzt bemerke ich, dass nur noch wenige Seiten bis zum Ende des dritten Buches übrig sind.
ACHTUNG, ab hier SPOILER!!!
Entsprechend schnell geht die letzte Schlacht dann einher, das Ende wirkt irgendwie hilflos und zu abrupt. Hier hätte ich mir nochmal so eine richtig geile Schlacht gewünscht. Ein Gemetzel das Dutzenden von Orkscharen, hunderten von Nordmännern und tausenden von billig zusammenrekrutierten OPFERN würdig ist.
Ein Finale Benir vs. Feene, ein letztes Duell Urok vs. Maar... aber leider passiert das nicht. Es wird an der großen Leine gezogen, und die Spülung losgetreten.
Das wirkte hastig, und ich hätte so gerne noch ein viertes Buch gelesen, wo die Befreiungsschlacht nochmal besser, umfangreicher, länger und detailverliebter aufgearbeitet wird.
SPOILER ENDE!!
Vom mauen Ende mal abgesehen, hat mir der Ausflug in die Welt der Orks aber sehr gut gefallen. Es war nicht alles 100% rund, aber es war nichts übermäßig aus dem Rahmen.
Hat Spaß gemacht, und ich hab Lust, irgendwann wieder was von Urok und co zu lesen.
...Liest so nen langen Text überhaupt jemand?