Wenn es ein wenig "tröstet". Es geht im Endeffekt immer nur um Geld. Oder glaubst Du dem Klinikbetreiber geht es um was anderes? Es geht den einzelen Mitarbeitern um die Patienten (hoffentlich). Der Rest will volle Betten und Kohle sehen.
Und noch was. Meine Mitarbeiter wurden von mir persönlich nach Hause geschickt und durften jegliche Überstunde (manchmal läßt es sich nicht vermeiden, Krisen sind nicht planbar) vermeiden. Die 100 Stunden sind eher bei mir immer wieder vorgekommen. Und ob es einem gefällt oder nicht. Bei leitenden Angestellten kommt es nun mal vor. Vielleicht keine 100 Stunden, aber 60 oder mehr durchaus oft. Das habe ich allerdings nicht von meinen Mitarbeitern verlangt. Die sind Ende des Jahres alle mit +/- 0 nach Hause gegangen.
Und ich bin am Schluss gegangen, weil ich gar keine Freizeit mehr hatte. Ich bin durchaus (auf freiwilliger Basis) bereit mehr zu leisten. Wenn Du ganz nach oben willst, ist das auch eine Voraussetzung. Da kenne ich keinen Betrieb der das nicht verlangt. Vollkommen wertfrei meinerseits erst mal. Aber das kenne ich von niemanden aus der Wirtschaft, oder sonst wo in der Leitung, dass nach 8 Stunden schluss ist. Allerdings muss man selbst darauf schauen und wichtige Termine auch mit wichtig kennzeichnen. Das musste ich auch erst lernen

Und auch private Termine sind wichtig. Aber wenn ich jedesmal gesagt hätte, den Vortrag am Abend mach ich nicht, die Fortbildung darf wer anderer machen, oder den Artikel mach ich übers Wochenende nicht fertig, dann wäre ich ganz schnell wieder weg gewesen. Ich habe mich aber selber dafür entschieden.
Aber auch beim normalen Mitarbeiter kam es vor, dass bei einer Krise, die im KH durchaus wöchentlich vorkommen kann, derjenige bleibt bis es erledigt ist. Auch wenn es dann 12 Stunden am Stück waren. Mittendrinnen gehen ist gerade bei einer psychischen Erkrankung schwierig da hier sehr starker Bezug zum Therapeuten da ist.