Doctor Hobel
Oh Doooctor.. please Doooctor!
Ich will bei weitem die AfD weder unterstützen, noch gut reden und selbstverständlich sind Demos gegen Rechtsextremismus immer eine gute Sache. Nur werden durch bestimmte Bubbles und Sendungen wie das "ZDF Magazin Royale" Menschen zu Nationalsozialisten abgestempelt, die eben keine sind und genau damit treibt man die Wähler in die offenen Arme des rechten Randes.
Die Gesellschaft ist inzwischen so geworden, sie passt sich den von dir genannten Beispielen mehr und mehr an. Wir leben in einer Zeit, wo man mehr übereinander statt miteinander redet, die Mitte driftet Richtung Ränder. Ich finde dies ebenso wenig gut wie du. Die von dir genannten "Politiker" sind durchweg Wichser. Wenn wir das NICHT auch wollen, bringt es nichts, AfD-Wähler, Müllermilchler, Migrations- und Genderkritiker, Querdenker und Pandemiekritiker sowie Ostdeutsche als "Nazis" zu bezeichnen. Wenn wir anfangen, dies jetzt zusätzlich mit CDU und FDP zu machen, werden die Ansichten radikaler und es passiert das, was viele befürchten: Sie wählen das "Original".
Auf der einen Seite verstehe ich das... ich versuche nur die "Übel" gegeneinander zu balancieren. Das ist nicht einfach, das ist mir schon klar. Aber, wenn man ganz rational drangeht, auch sich selbst mal nicht noch vorn stellt von den Prios, dann bleibt es für mich dabei: Was ist das größte Risiko?
Was ich weiterhin nicht so sehe: Meiner Meinung nach haben Politiker viel weniger Möglichkeiten Einfluß zu nehmen, als viele denken. Ich weiß nicht, vielleicht ist das auch so eine Ostdeutsche Geschichte... schließlich wurde dort über zwei Generationen alles für die Menschen bestimmt, vielleicht denken sie, dass das "normal" ist...
Aber was soll Politik schon gegen eine Pandemie, China, Klimawandel und Co. machen? Ein paar Gesetze hier oder da... Deutschland ist der größte Nutznießer der EU... Deutschland hat auch extrem von "China" profitiert (und Russland).
So ein Ukraine-Krieg, der sich komplett der Kontrolle quasi aller Politiker außer Putin entzieht, hat größere Einwirkungen auf Wirtschaft, Wohlstand und Co. als quasi alle Maßnahmen der deutschen Politik der letzten Jahre... oder ein Virus im fernen China.
Ich habe das Gefühl, dass einige Menschen denken, dass es eine Lösung für all die Probleme gibt .. Obwohl eigentlich die mittel- und unmittelbare Geschichte zeigt: Nö! Das Leben besteht aus Problemmanagement. Und viele wünschen sich die "Goldene Zeit" zurück, die aber nur ein kurzer Zufall war, nicht von Politik geprägt, die Politik "damals" hat ihren Job nicht besser gemacht... es war eben eine Dynamik, die für Deutschland und Westeuropa positiver war.
Es ist eine Art Teufelskreis imho.
Ja, als Pegida und Co. aufkam, da hätte man diese Leute ernster nehmen sollen. Der Zug ist aber abgefahren, jetzt kann und darf man das kaum noch, wenn sich sich von der AFD instrumentalisieren lassen. Das würde die ja nur bestärken und nachweissliche Nazis salonfähig machen.
Das ist das Dilemma.
Das beste, was uns passieren kann, ist eine neue Protestpartei. Vielleicht ist sogar die Wagenknecht hier die Lösung. Vielleicht ein Verbot der AFD.
Ich denke schon, dass das "Establishment" die Message verstanden hat. Nun ist das Kind aber schon im Brunnen imho. Es muss jetzt einen Cut geben und dann einen Reset, einen Reset, wo alle aufatmen können. Die Unglücklichen, weil man sie nicht mehr ignoriert. Und die breite Masse der Gesellschaft, weil die Gefahr gebannt wurde.
Das ist wie in jeder Beziehung oder in der Gesellschaft. Es muss eine Art "Versöhnungsprozess" geben. Den gibt es aber leider meist erst nach Katastrophen oder einschneidenden Ereignissen. Nach der Atombombe, am Sterbebett, nach der Eskalation
.So aber, hängen wir fest und sind dabei die Gesellschaft zu spalten. Ich sehe hier keinen Ausweg
.Das Canceln der "Nazis" ist ja auch nur verständlich. Wer mit den Nazis marschiert oder sie wählt... ist halt ein Nazi oder nimmt es in Kauf. Wenn die Leute das nicht wollen, dann müssen eben auch die "Bauern" oder andere Gruppen bei Protesten sich eindeutig gegen die AFD stellen und sich nicht euphorisiert mit ihnen verbrüdern, weil dann bei einer Demo mehr Menschen sind.
Einige Gruppen tun dies, aber andere nicht. Das ist die Unterwanderung, die fand schon statt. Und es muss wirklich schnell eine Alternative zur Alternative her, damit die Kuh vom Eis ist. Sonst passiert nur das, was in den USA los ist: Spaltung bis zur kaum noch möglichen Versöhnung. Erst nach dem großen Knall wieder, wenn alle heulen und sich fragen "Wie konnte das nur passieren!"
