So, noch ein paar Eindrücke von mir
Das Steamdeck liegt quasi perfekt in meinen (eher größeren) Händen, alle Finger liegen genau da wo sie sein sollen. Meine Frau tut sich da schon etwas schwerer, die muss das Deck ein bisschen weiter oben anfassen, damit die Daumen auf den Sticks landen. Nichts was bisher ein Problem für sie war, aber bei langen Zocksessions vielleicht zu einem werden könnte.
Steuerkreuz ist nicht so clicky wie das des Xbox Series Controllers sondern sehr viel ähnlicher als das des Dualsense. Ich hab da keine großen Emotionen, es funktioniert gut. Die Sticks sind großartig, fühlen sich fast hochwertiger an als auf den genannten Controllern. A, B, X, Y perfekt, ebenso L1 und R1. Die Trigger gefallen prinzipiell auch sehr gut, fangen aber leicht an zu "knarzen" wenn sie voll gedrückt sind. "Knarzen" aber eher so dass man es spürt, als dass man es hört.
Was man sehr wohl hört ist das knarzende Gehäuse. Da musste halt gespart werden, das Hartplastik knarzt schon an allen Ecken und Enden. Zum Glück weniger bei der üblichen Haltung beim zocken sondern eher wenn man es aufhebt und zb. rund ums Display und rund um die Lüftungsöffnungen berührt. Aber es ist immer noch weniger als bei meiner Switch, wo auch neue Controller nach spätestens einer Woche "locker" werden.
Steam- und Menübutton schrecklich, weil kein Druckpunkt und kaum ertastbar, da sie bündig im Gehäuse sitzen. Die Trackpads noch kaum benutzt, funktionieren aber extrem präzise. Haptisches Feddback bzw. Rumble hätte ich schlimmer erwartet, es ist halt sehr dezent, aber da.
Die 4 Zusatzbuttons am Rücken habe ich noch nicht in meinen Zockalltag integriert, die Buttons liegen aber Ideal und sind clicky.
Das Display mag nur ein (gutes) LCD sein, VRR vermisse ich nach wie vor schmerzlichst, aber dennoch ist das Display die große, positive Überraschung für mich - weil die Entspiegelung so genial ist. Von der Stärke her irgendwo zwischen glossy Smartphone und mattem PC Bildschirm, gerade genug um Reflexionen im Alltag quasi genau unter der Schwelle halten, über der sie stören würden. Es ist wirklich extrem effizient und angenehm. Dadurch wirkt der Bildschirm auch viel heller als er am Datenblatt ist. In Räumen wo das Smartphone auf 100% Helligkeit dahinglüht und die Switch immer genau so gehalten werden muss, dass sich nichts allzu helles spiegelt, ist das mit dem Steam Deck irgendwie einfach kein Thema.
An den Lüfter hab ich mich gewöhnt, meine Frau hat sich in einer Woche geteiltem Krankenbett nicht beschwert. Und ich mich nicht als sie gezockt hat

Aber er ist fast immer zu hören und das auf einer unangenehmen Frequenz.
Das System hat in der Woche drei Updates bekommen. Es hakt hier und da noch, aber ich hatte keine Abstürze oder grobe Probleme. Das System zieht jeden Tag pro Spiel zwischen 5mb und 650mb Shader Cache Updates. Für mich ist das neu, in der Linux Welt kennt man das aber wie es scheint. Die Idee dahinter finde ich auch sehr gut, da das Steamdeck ja eine fixe Hardware- und Softwarekonfig ist, kann Valve Shader kompilieren und an die User verteilen, damit man sich ingame dann Ruckler erspart, wenn die Shader in Echtzeit kompiliert werden müssen. Afaik wird das auf Konsolen ebenfalls precompiled... Ist halt speziell, dass beim aufdrehen in der Früh (je nach Anzahl installierter Spiele) ein paar Gigabyte herunter geladen werden.
Absolut genial funktioniert der Standby Mode. Eigentlich wie auf der Switch + ein, zwei Nachdenksekunden. Absolut problemlos und komfortabel, wer zocken auf Windows Laptops kennt weiß ja wie scheiße das da ist.
Manche spiele laufen quasi von Beginn an perfekt, bei vielen braucht es ein paar Handgriffe in den Settings, und manche laufen einfach nie rund. Ein paar Beispiele:
Valkyria Chronicles: Da eher älter und nicht sehr fordernd, native Auflösung einstellen, Vsync aktivieren, in den Steamdeck Schnelleinstellungen bei 60fps locken und geht schon. Das läuft dann so dahin, braucht rund 8W, womit der Lüfter sehr leise ist und der Akku rund 5:30h durchhält.
PES2021: Ein vollwertiges PES auf einem Handheld, weder Abstriche bei Technik, Umfang oder Steuerung machen

Native Auflösung, höchste Settings, 60fps ohne Ruckler. Rund 14W Verbrauch, entspricht rund 3h Akku. Wow!
Circuit Superstars: Geniales Handheld Spiel, tolle Optik, alles auf Anschlag und butterweiche 60FPS bei ~10-13W
Grid: Als Kompromiss mal ein 30fps Lock gewählt, Settings auf Hoch, absolute Wow-Grafik, keine Ruckler, 13-18W, also 2-2,5h.
Witcher 3: Stabile 30FPS, Settings auf Hoch



20W, Ding wird eher laut und 1,5h.
Shadow of the Tomb Raider: Stabile 30FPS, Medium bis HOCH




Crash Bandicoot Trilogy: 60 FPS Medium, hin und wieder leichte Slowdowns weshalb ich mit der Auflösung rumgespielt habe. Mit ein bisschen gefummel sicher stabil zum laufen zu bringen.
Doom: Das gleiche.
Forza Horizon 5: Ich habs in den zwei Stunden die ich Zeit für den Steam Refund hatte nicht stabil zu laufen gebracht, immer wieder mal Ruckler obwohl noch genug Headroom da war. Optisch irgendwie Scheisse weil die Kantenglättung so ein Mist ist in dem Spiel. Selbst bei nativer Auflösung ein furchtbares geflimmer.
Deus Ex Human Revolution: Ständige Ruckler wegen Shaderkompilierung. Je länger man in einem Raum herum läuft desto flüssiger wird es, geht man in den nächsten fängt es an zu ruckeln. Mal abwarten ob ein Shaders Patch kommt.
Halo Reach und Halo 2: Mal butterweiche 60fps, dann wieder slowdowns, irgendwie unabhängig von dem was am Bildschirm passiert und welche Settings man nimmt. Gestern kam ein 640mb Shader Patch, damit läuft es längere Phasen flüssig, aber immer noch nicht rund. Wenn es läuft: Halo in geiler Optik auf einem Handheld









Tunic: Prinzipiell rock solid 60fps, bis man zu kämpfen beginnt, dann Slowdowns in die 40er. Braucht wohl einen Patch.