Stellungnahme der FSK zur 16er Freigabe von Predator Uncut
Ihre Frage nach der Indizierung von Predator kann ich wie folgt beantworten:
Der Film ist nicht von der Liste der indizierten Filme genommen worden, sondern es sind insgesamt drei Fassungen indiziert, außerdem zwei Fassungen des Filmes Predator 2.
Die FSK hat eine Fassung mit der Lauflänge von 107 Minuten mit „ab 16 Jahren“ gekennzeichnet, da die Mitglieder des Ausschusses für diese Version zu der Meinung kamen, dass die Gesamthandlung des Filmes trotz der Gewaltszenarien eine klare Absagen gegen den massiven Einsatz von Waffen und Gewalt erteilt. Dazu kam, dass das Alter des Filmes den betreffenden Szenen ihre Wirkmacht nimmt, da Jugendliche heute über weit größere Seherfahrungen in diesem Genre verfügen als zur Zeit der Herstellung des Filmes.
Die Beurteilung von Filmen muss immer den Gesamtkontext des Werkes berücksichtigen. Eine „Logik“, die heißen könnte, dass vergleichbare
Einzelszenen („…bei Gamer wird ein Fuß weggeschossen, bei Predator ein Arm abgetrennt…“) immer auch zur selben Altersfreigabe führen müssen, kann nicht greifen, da die betreffenden Szenen im jeweiligen Kontext des Filmes eine völlig unterschiedliche Wirkung auf den Betrachter haben können. So könnte bspw. ein und die selbe Erschießungsszene theoretisch in einem Antikriegsfilm eine gewaltablehnende Wirkung entfalten, in einem Kriegsfilm mit einem entsprechend unterschiedlichen Kontext aber eine
gewaltbeführwortende Aussage entwickeln.
Hierbei ist allerdings zu sagen, dass die FSK-Kennzeichnungen lediglich sicherstellen sollen, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen einer bestimmten Altersgruppe nicht beeinträchtigt wird. Die Ausschüsse der FSK, die unter anderem aus Jugendamtsleitern, Jugendbildungsreferenten, Lehrern, Kinderärzten, Psychologen, die natürlich auch Eltern sind, bestehen, versuchen mit großer Sorgfalt die mögliche Wirkung eines jeden Filmes zu beurteilen. Eine letztlich objektive richtige Freigabe kann es nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Filme, zu unterschiedlich sind die Rezeptionsbedingungen und -möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Die Prüferinnen und Prüfer versuchen dies zu
berücksichtigen.