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Enrico Pallazzo
Guest
Der Bundesliga droht eine Woche vor dem Startschuss ihrer 40. Saison ein Schwarzgeldskandal. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Aufgetaucht sind die Vorwürfe im Zusammenhang eines Prozesses vor dem Hamburger Landgericht, bei dem Christoph Daum auf der Anklagebank sitzt. Der Kläger ist der Hamburger Prominentenanwalt Dr. Matthias Prinz. Gegenstand der Verhandlung ist die Höhe ausstehender Honorarzahlungen, die Daum an Prinz auf Grund anwaltlicher Beratung aus dem Jahr 2000 zu leisten habe.
Im Jahr 2000 trainierte Christoph Daum Bayer Leverkusen und schickte sich an, den Posten des DFB-Trainers von Erich Ribbeck zu übernehmen. Prinz war damals, also noch vor Daums Kokain-Affäre, damit betraut, den Vertrag und dabei vor allem dessen Gehalt als kommender Nationaltrainer zusammen mit dem DFB auszuhandeln. Grundlage der Verhandlungen sei eine Vereinbarung zwischen Daum und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder gewesen, wonach der Fußballlehrer als Nationaltrainer nicht weniger verdienen solle als als Coach von Bayer.
Aus den jetzt publik gewordenen Gesprächsprotokollen zwischen Daum und Prinz geht laut dem Bericht der SZ hervor, dass Bayer Leverkusen zur Finanzierung des Daum'schen Trainergehalts auf Schwarze Kassen zurückgriff. Die SZ veröffentlichte einen Auszug aus der Klageschrift des Hamburger Landgerichts: "Der Beklagte (Daum, d. Red.) erklärte, dass er bei Bayer Leverkusen einerseits offizielle Zahlungen erhalte, die ordnungsgemäß versteuert würden. Außerdem erhalte er über Auslandskonten Schwarzgeld, das nicht versteuert würde. Wenn man das Schwarzgeld auf einen zu versteuernden Bruttobetrag hochrechnen und zu dem offiziellen Gehalt addieren würde, käme man inklusive Prämien auf Gesamtbruttobezüge von neun Millionen Mark. Es gebe keine Möglichkeit beim DFB neun Millionen Mark Schwarzgeld zu zahlen, so dass dieser Bruttobetrag bei den Vertragsverhandlungen als Jahresgehalt zu Grunde zu legen sei."
Als Zeugen für diese Aussagen nannte Prinz den Hamburger PR-Berater Ludwig Karstens, der bei den Gesprächen mit Daum anwesend war. Beide lassen keinen Zweifel daran, dass sie die beschriebenen Inhalte unabhängig voneinander vor dem Hamburger Landgericht bezeugen wollen.
Daums Engagement als Nationaltrainer kam bekanntlich wegen dessen Kokain-Affäre nicht zu Stande. Von Leverkusener Seite wurde der Berichte der SZ über Schwarzgeldkassen bei Bayer auf das Heftigste dementiert. Eine Stellungnahme von DFB-Präsident Mayer-Vorfelder zu den Vorkommnissen steht noch aus.
Darüberhinaus droht dem deutschen Vizemeister weiteres Ungemach, denn laut der SZ hat die Kölner Staatsanwaltschaft bereits im März diesen Jahres ein Ermittlungsverfahren gegen Jens Nowotny wegen Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet. Die Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft hegen den Anfangsverdacht, dass im Zuge von Nowotnys Wechsel vom Karlsruher SC nach Leverkusen (1996) rund zehn Millionen Mark an Schwarzgeld geflossen sein sollen. Zwar soll die Sume nicht direkt an den Nationalspieler, sondern an einzelne Verwandte gegangen se
in. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft offensichtlich, ob das Geld an Nowotny zurückgeflossen sei.
Quelle: kicker.de
Im Jahr 2000 trainierte Christoph Daum Bayer Leverkusen und schickte sich an, den Posten des DFB-Trainers von Erich Ribbeck zu übernehmen. Prinz war damals, also noch vor Daums Kokain-Affäre, damit betraut, den Vertrag und dabei vor allem dessen Gehalt als kommender Nationaltrainer zusammen mit dem DFB auszuhandeln. Grundlage der Verhandlungen sei eine Vereinbarung zwischen Daum und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder gewesen, wonach der Fußballlehrer als Nationaltrainer nicht weniger verdienen solle als als Coach von Bayer.
Aus den jetzt publik gewordenen Gesprächsprotokollen zwischen Daum und Prinz geht laut dem Bericht der SZ hervor, dass Bayer Leverkusen zur Finanzierung des Daum'schen Trainergehalts auf Schwarze Kassen zurückgriff. Die SZ veröffentlichte einen Auszug aus der Klageschrift des Hamburger Landgerichts: "Der Beklagte (Daum, d. Red.) erklärte, dass er bei Bayer Leverkusen einerseits offizielle Zahlungen erhalte, die ordnungsgemäß versteuert würden. Außerdem erhalte er über Auslandskonten Schwarzgeld, das nicht versteuert würde. Wenn man das Schwarzgeld auf einen zu versteuernden Bruttobetrag hochrechnen und zu dem offiziellen Gehalt addieren würde, käme man inklusive Prämien auf Gesamtbruttobezüge von neun Millionen Mark. Es gebe keine Möglichkeit beim DFB neun Millionen Mark Schwarzgeld zu zahlen, so dass dieser Bruttobetrag bei den Vertragsverhandlungen als Jahresgehalt zu Grunde zu legen sei."
Als Zeugen für diese Aussagen nannte Prinz den Hamburger PR-Berater Ludwig Karstens, der bei den Gesprächen mit Daum anwesend war. Beide lassen keinen Zweifel daran, dass sie die beschriebenen Inhalte unabhängig voneinander vor dem Hamburger Landgericht bezeugen wollen.
Daums Engagement als Nationaltrainer kam bekanntlich wegen dessen Kokain-Affäre nicht zu Stande. Von Leverkusener Seite wurde der Berichte der SZ über Schwarzgeldkassen bei Bayer auf das Heftigste dementiert. Eine Stellungnahme von DFB-Präsident Mayer-Vorfelder zu den Vorkommnissen steht noch aus.
Darüberhinaus droht dem deutschen Vizemeister weiteres Ungemach, denn laut der SZ hat die Kölner Staatsanwaltschaft bereits im März diesen Jahres ein Ermittlungsverfahren gegen Jens Nowotny wegen Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet. Die Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft hegen den Anfangsverdacht, dass im Zuge von Nowotnys Wechsel vom Karlsruher SC nach Leverkusen (1996) rund zehn Millionen Mark an Schwarzgeld geflossen sein sollen. Zwar soll die Sume nicht direkt an den Nationalspieler, sondern an einzelne Verwandte gegangen se
in. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft offensichtlich, ob das Geld an Nowotny zurückgeflossen sei.
Quelle: kicker.de