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Enrico Pallazzo
Guest
Der Mann wird in Deutschland gefeiert, als wäre er als erster Mensch auf dem Mars gelandet. Hier spricht Teamchef Rudi Völler über die Zukunft der Nationalmannschaft, über das Future-Team 2006 und über seine Pläne mit Thomas Linke.
kicker: Herr Völler, welche Bedeutung hat der WM-Erfolg in Japan und Korea für die deutsche Nationalelf im Hinblick auf die Zukunft?
Rudi Völler: Wir müssen den Effekt der positiven Eindrücke nutzen. Vor allem, dass wir im Halbfinale und Finale auch spielerisch überzeugt haben. Die tollen Reaktionen der Fans beweisen, welch hohen Stellenwert das Nationalteam hat und wie viel Kredit es wieder zurückgewinnen konnte.
kicker: Was heißt das also für die Zukunft?
Völler: Dass die Erwartungen steigen, ist normal. Diesem Druck müssen wir uns stellen. Die ersten Länderspiele der neuen Saison werden mit der Erinnerung an die WM verbunden sein. Daran müssen wir uns messen lassen. Das wird nicht immer einfach werden. Es gibt sicher auch ein paar Rückschläge. Doch das darf uns nicht beeindrucken.
kicker: Jetzt blicken viele schon auf 2006 und sehen den WM-Gewinn im eigenen Land als Fixpunkt. Sie auch?
Völler: Wer mich kennt, weiß, dass ich so weit nicht denken und planen will. Mein nächstes Ziel ist die erfolgreiche EM-Qualifikation. Das heißt, wir wollen Erster in unserer Gruppe werden, um einer erneuten Relegation aus dem Weg zu gehen.
kicker: Ist die EM in Portugal nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland?
Völler: Auf keinen Fall. Dafür ist eine EM als überragendes Ereignis viel zu wichtig. Dort werden wir als Vizeweltmeister herausgefordert. Von Frankreich zum Beispiel, das ich auch nach dieser WM für noch besser halte als vor vier Jahren. Von einem überragenden Team wie Italien. Von Englands toller Truppe. Von Portugal im eigenen Land. Von bärenstarken Teams wie Spanien oder Holland. Das heißt, wir müssen, ohne die Balance zu verlieren, ins Tagesgeschäft zurückfinden. Das Schlimmste wäre, wenn wir die Bodenhaftung verlieren würden. Wir müssen mit harter Arbeit ein starkes Team präsentieren.
kicker: Als neuer Aspekt kommt hierbei die Zusammenarbeit mit Uli Stielike und seinem Team 2006 hinzu. Wie sieht sie konkret aus?
Völler: In enger Absprache mit dem Uli. Klar ist, dass der eine oder andere von den einstigen U-21-Spielern, die uns während der WM-Vorbereitung im Schwarzwald ausgeholfen haben, zu uns kommen und seine Chance bekommen wird.
kicker: Daniel Bierofka und Christian Rahn zum Beispiel?
Völler: Vier Tage nach WM-Ende zerbreche ich mir noch nicht den Kopf, wer in sieben Wochen beim ersten Länderspiel in Bulgarien neu dabei sein wird. Darüber können wir nach dem Urlaub reden.
kicker: Rechnen Sie nach den Abschiedserklärungen von Bierhoff, Bode und Linke mit weiteren Rücktritten, von Christian Ziege etwa?
Völler: Auch hier gilt, dass erst einmal alle in Urlaub fahren und den Kopf frei bekommen sollen. Dann sehen wir weiter. Bei Thomas Linke beispielsweise ist das letzte Wo
rt noch nicht gesprochen.
kicker: Wie meinen Sie das?
Völler: Da ich weiß, dass ich mich auf ihn 100-prozentig verlassen kann, könnte ich mir vorstellen, dass er sich zur Verfügung stellt, falls Not am Mann wäre und ich ihn darum bitten würde. Es hat mich für ihn ganz besonders gefreut, dass er bei dieser WM in der Öffentlichkeit die Anerkennung bekam, die ihm sonst nicht immer zuteil wurde. Ich werde mit ihm reden, weil ich weiter auf ihn baue.
kicker: Gerade unter den Verteidigern könnte es zum personellen Notstand kommen. Bei der WM stand hinter Linke und Metzelder nur noch Frank Baumann zur Verfügung.
Völler: Wir hoffen natürlich, dass Marko Rehmer zur neuen Saison total fit ist. Jens Nowotny wird aber bis Weihnachten noch nicht zur Verfügung stehen. Es war ja kein Zufall, dass mit Carsten Ramelow ein Mittelfeldspieler bei der WM als Abwehrchef fungierte.
kicker: Oliver Kahn wurde zum besten Spieler der WM gewählt. Ein Trostpflaster für ihn nach seinem Fangfehler im Finale?
Völler: Ich sehe das nicht als Trostpflaster, sondern als eine Auszeichnung, die er sich bei diesem Turnier verdient hat. Ich werte es sogar als Belohnung für seine einzigartige Gesamtleistung während der letzten zwei, drei Jahre bei der Nationalelf und bei Bayern München. Da hat er einige Spiele ja im Alleingang entschieden.
Also wenn Rudi so weitermacht, werden wir bis zur EM 04 wohl die jüngste Nationalelf seit Jahrzehnten haben
Find ich gut
kicker: Herr Völler, welche Bedeutung hat der WM-Erfolg in Japan und Korea für die deutsche Nationalelf im Hinblick auf die Zukunft?
Rudi Völler: Wir müssen den Effekt der positiven Eindrücke nutzen. Vor allem, dass wir im Halbfinale und Finale auch spielerisch überzeugt haben. Die tollen Reaktionen der Fans beweisen, welch hohen Stellenwert das Nationalteam hat und wie viel Kredit es wieder zurückgewinnen konnte.
kicker: Was heißt das also für die Zukunft?
Völler: Dass die Erwartungen steigen, ist normal. Diesem Druck müssen wir uns stellen. Die ersten Länderspiele der neuen Saison werden mit der Erinnerung an die WM verbunden sein. Daran müssen wir uns messen lassen. Das wird nicht immer einfach werden. Es gibt sicher auch ein paar Rückschläge. Doch das darf uns nicht beeindrucken.
kicker: Jetzt blicken viele schon auf 2006 und sehen den WM-Gewinn im eigenen Land als Fixpunkt. Sie auch?
Völler: Wer mich kennt, weiß, dass ich so weit nicht denken und planen will. Mein nächstes Ziel ist die erfolgreiche EM-Qualifikation. Das heißt, wir wollen Erster in unserer Gruppe werden, um einer erneuten Relegation aus dem Weg zu gehen.
kicker: Ist die EM in Portugal nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland?
Völler: Auf keinen Fall. Dafür ist eine EM als überragendes Ereignis viel zu wichtig. Dort werden wir als Vizeweltmeister herausgefordert. Von Frankreich zum Beispiel, das ich auch nach dieser WM für noch besser halte als vor vier Jahren. Von einem überragenden Team wie Italien. Von Englands toller Truppe. Von Portugal im eigenen Land. Von bärenstarken Teams wie Spanien oder Holland. Das heißt, wir müssen, ohne die Balance zu verlieren, ins Tagesgeschäft zurückfinden. Das Schlimmste wäre, wenn wir die Bodenhaftung verlieren würden. Wir müssen mit harter Arbeit ein starkes Team präsentieren.
kicker: Als neuer Aspekt kommt hierbei die Zusammenarbeit mit Uli Stielike und seinem Team 2006 hinzu. Wie sieht sie konkret aus?
Völler: In enger Absprache mit dem Uli. Klar ist, dass der eine oder andere von den einstigen U-21-Spielern, die uns während der WM-Vorbereitung im Schwarzwald ausgeholfen haben, zu uns kommen und seine Chance bekommen wird.
kicker: Daniel Bierofka und Christian Rahn zum Beispiel?
Völler: Vier Tage nach WM-Ende zerbreche ich mir noch nicht den Kopf, wer in sieben Wochen beim ersten Länderspiel in Bulgarien neu dabei sein wird. Darüber können wir nach dem Urlaub reden.
kicker: Rechnen Sie nach den Abschiedserklärungen von Bierhoff, Bode und Linke mit weiteren Rücktritten, von Christian Ziege etwa?
Völler: Auch hier gilt, dass erst einmal alle in Urlaub fahren und den Kopf frei bekommen sollen. Dann sehen wir weiter. Bei Thomas Linke beispielsweise ist das letzte Wo
rt noch nicht gesprochen.
kicker: Wie meinen Sie das?
Völler: Da ich weiß, dass ich mich auf ihn 100-prozentig verlassen kann, könnte ich mir vorstellen, dass er sich zur Verfügung stellt, falls Not am Mann wäre und ich ihn darum bitten würde. Es hat mich für ihn ganz besonders gefreut, dass er bei dieser WM in der Öffentlichkeit die Anerkennung bekam, die ihm sonst nicht immer zuteil wurde. Ich werde mit ihm reden, weil ich weiter auf ihn baue.
kicker: Gerade unter den Verteidigern könnte es zum personellen Notstand kommen. Bei der WM stand hinter Linke und Metzelder nur noch Frank Baumann zur Verfügung.
Völler: Wir hoffen natürlich, dass Marko Rehmer zur neuen Saison total fit ist. Jens Nowotny wird aber bis Weihnachten noch nicht zur Verfügung stehen. Es war ja kein Zufall, dass mit Carsten Ramelow ein Mittelfeldspieler bei der WM als Abwehrchef fungierte.
kicker: Oliver Kahn wurde zum besten Spieler der WM gewählt. Ein Trostpflaster für ihn nach seinem Fangfehler im Finale?
Völler: Ich sehe das nicht als Trostpflaster, sondern als eine Auszeichnung, die er sich bei diesem Turnier verdient hat. Ich werte es sogar als Belohnung für seine einzigartige Gesamtleistung während der letzten zwei, drei Jahre bei der Nationalelf und bei Bayern München. Da hat er einige Spiele ja im Alleingang entschieden.
Also wenn Rudi so weitermacht, werden wir bis zur EM 04 wohl die jüngste Nationalelf seit Jahrzehnten haben
Find ich gut