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FC Bayern + KirchMedia?

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Wohnzimmertisch
(www.kicker.de)

Extra-Zahlungen für den FC Bayern?

Der FC Bayern München soll auf Grund eines Geheimvertrages mit KirchMedia insgesamt rund 40 Millionen Mark vom mittlerweile insolventen Medienunternehmen erhalten haben. Wie das manager magazin in seiner März-Ausgabe berichtet, soll sich Kirch mit dieser Zahlung eine weitere Vermarktung der Bundesliga-Rechte erkauft haben. An alle anderen Klubs sollen keine Zahlungen erfolgt sein.

Der FC Bayern bestätigte am Mittwoch einen Kontrakt mit KirchMedia abgeschlossen zu haben, erklärte aber, dass diese Bindung nicht mehr bestehe. In einer Presseverlautbarung teilte der Verein mit, dass in dem Vertrag "wie bei anderen Bundesligavereinen ebenfalls üblich - umfangreiche Vermarktungsrechte des Klubs übertragen wurden. Dieser Vertrag wurde im Dezember 2002 aufgehoben. Weitere Stellungnahmen der FC Bayern München AG wird es zu diesem Thema vorläufig nicht geben", so die offizielle Erklärung.

30 bis 50 Milionen Euro jährlich

Das manager magazin berichtet, dass der FC Bayern und Kirch in einem 18-seitigen Vertragswerk eine “exklusive Zusammenarbeit“ vereinbart hätten. So soll das Unternehmen sich bereit erklärt haben, bis einschließlich 2004/05 die Differenz zwischen der Summe, die durch den Vertrag mit dem DFB an die Münchner geflossen wäre und dem Betrag, der bei einer eigenständigen Vermarktung zu erzielen gewesen wäre, zu überweisen. Manager Uli Hoeneß sollte sich anschließend im Ligaausschuss zudem für die Rechtevergabe an die Kirch-Gruppe stark machen.

Die vertraglich zugesicherte Summe soll sich nach Angaben des Wirtschaftsblattes bei 30 Millionen Euro pro Jahr bewegen. Ab der Saison 2003/04 wären sogar bis zu 50 Millionen Euro jährlich an die Säbener Straße geflossen.

DFB hält Vorfall "für unwahrscheinlich", DFL will Offenlegung

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ergriff derweil Partei für Bayern München und speziell für Manager Uli Hoeneß. "Ich habe weder vor, während, noch nach den Verhandlungen von einem derartigen Vertrag gehört, geschweige denn, davon etwas gewusst. Im übrigen halte ich die dargelegten Behauptungen für unwahrscheinlich. Uli Hoeneß hat äußerst konstruktiv am Zustandekommen der Verträge mitgewirkt", so "MV". Die DFL wollte sich zu diesem Vorfall nicht näher äußern, weil der Vertrag dem Liga-Verband zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorliege. Wie DFL-Geschäftsführer Michael Pfad verlautbaren ließ, hat die DFL aber "aus diesem Grund den Klub um vollständige Offenlegung des Vorgangs ersucht."
 
Jaja die Bayern...

Süddeutschen Zeitung:
"Für Anhänger anderer Fußballfakultäten ist das unerträglich: dass ihre Lieblinge in der Arena chancenlos sind gegen diese ewigen Sieger- Bayern, die wie zum Hohn auch noch die moralische Oberhoheit wie eine Monstranz vor sich hertragen: Während anderswo herzhaft gegaunert oder einfach nur unseriös gewirtschaftet wird, bleibt beim FC Bayern stets alles picobello. ...So ließen sich die Bayern auch vor drei Jahren, als der letzte Fernsehvertrag mit Leo Kirch geschlossen wurde, als barmherzige Samariter der Liga feiern. ... "Wir haben ziemlich geblutet. Es war aber auch ziemlich geschickt von den anderen, mich in die TV-Kommission zu holen", greinte Manager Hoeneß damals in die Mikrofone. Inzwischen ist herausgekommen, dass die Bayern sich ein Blut stillendes Trostpflaster in Millionenhöhe von Kirch haben aufkleben lassen. Heimlich, still und leise; hinter dem Rücken der 35 anderen Profiklubs. ... Vom moralischen Standpunkt ..., den der Branchenführer für sich selbst gerne reklamiert, rangiert der Deal mit dem gewesenen Fernsehmogul auf der Anrüchigkeitsstufe eins.
 
Hamburg - Der Bericht schlug ein wie eine Bombe: Damit Leo Kirch die Fernsehrechte an der Bundesliga behalten konnte, zahlte er über einen stillen Kanal 40 Millionen Mark. Die "Stillhalte-Prämie" wurde exklusiv an den FC Bayern München überwiesen. Dafür setzte der Topverein eigene Vermarktungspläne nicht in die Tat um.
Nachdem das "manager magazin" am Vormittag über den Geheimvertrag aus München berichtet hatte, geriet der FC Bayern München in Erklärungsnot. Ja, es habe einen Vertrag zwischen dem Verein und der KirchMedia AG gegeben, bestätigten die Münchener nach dem Vorab-Bericht des "manager magazins".

Dass aufgrund dieses Vertrages etwa 40 Millionen Euro von Kirch an den Top-Bundesligaverein geflossen seien, wurde ebenfalls nicht bestritten. Allerdings handele es sich um einen gewöhnlichen Marketingvertrag, wie es ihn auch bei anderen Vereinen gebe.

"Es war ein Riesenpaket"

Auch Franz Beckenbauer verteidigte den umstrittenen Deal. "Ich weiß nicht, was daran ungewöhnlich sein soll. Jeder Verein hat doch einen Vertrag mit einem Vermarktungspartner", sagte der Münchener Vereinschef, "damals hat der Tabellen-18. mitunter mehr kassiert als Spitzenclubs. Wir haben uns gegen diese Form der Zentralvermarktung gewehrt, weil wir einen gerechteren Verteilerschlüssel haben wollten. Der jetzige ist in Ordnung." Details kenne er jedoch nicht, betonte Beckenbauer. Der Vertrag sei aber geschlossen worden, als das Kirch-Unternehmen noch "in der Blüte" stand: "Es war ein Riesenpaket."

Auf eine Blitzumfrage unter den 18 Vereinen der Bundesliga wollten die Offiziellen vorerst nicht eingehen. Intern aber sorgte der Bericht für reichlich Aufruhr. So soll es beim Ligaverband DFL eine eiligst einberufene dreistündige Sitzung gegeben haben. Ergebnis: DFL-Präsident Werner Hackmann ("Der Bericht hat mich überrascht") fordert schleunigst Einsicht in den Vertrag. Üblich sei, dass die Vereine ihre Vermarktungsverträge beim Ligaverband unaufgefordert vorlegen.

Konkurrenz tobt und fordert Teil der Bayern-Beute

Als erster Vereinsverantwortlicher machte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser seinem Ärger Luft: "Ich kenne keinen Verein, der eine Vereinbarung mit KirchMedia abgeschlossen hatte", stichelte Holzhäuser. Genau das hatte der FC Bayern München in seiner Pressemitteilung zur Affäre behauptet. Bayer-Manager Reiner Calmund kritisierte ebenfalls das Vorgehen der Bayern: "Wenn das stimmt, wäre das gegenüber der Solidargemeinschaft der Bundesliga nicht in Ordnung. Unser Verein hat nichts extra verdient", so der Leverkusener Funktionär in der Donnerstag-Ausgabe des "Tagesspiegel".

Michael A. Roth, Präsident des 1. FC Nürnberg, fuhr sofort eine Breitseite gegen den Tabellenführer der Bundesliga: "Die Bayern können das Geld nicht alleine einsacken. Das ist ein Betrag, der unter den Bundesligavereinen aufgeteilt werden muss." Der 1. FC Nürnberg bestreitet am kommenden Sonnabend sein nächstes Bundesligaspiel bei Bayern München.

Rummenigges merkwürdige Aussagen über Kirch

In einem neuen Licht
erscheinen nach dem Bekannt werden des Geheimvertrags einige Aussagen des Vorstandschefs der Bayern München AG. So sagte Karl-Heinz Rummenigge noch am 24. Februar 2002 gegenüber Presse-Agenturen: "Der Wert einer Partnerschaft zeigt sich in der Krise. Die Bundesliga hat ein essentielles Interesse an Kirch. Wir müssen Ideen entwickeln, welche Möglichkeiten die Bundesliga hat, um Kirch zu unterstützen."

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte Rummenigge darauf verwiesen, dass in der Nach-Kirch-Ära andere europäische Ligen stärker getroffen seien: "... die deutschen Clubs [sind] mit 15 bis 18 Prozent Einnahmeminderung durch die Kirch-Krise noch in einer kommoden Situation. Die Bundesliga ist der große Profiteur der nächsten Jahre, nicht nur wegen der tollen Stadien, die im Vorfeld der WM entstehen."

Im "Sportstudio" des ZDF hatte Rummenigge sich nach Bekanntwerden der Kirch-Insolvenz noch generös geäußert. Der FC Bayern München, so Rummenigge damals, werde seinen Teil dazu beitragen, das Überleben der finanzschwächeren Vereine in der Liga zu sichern. Gut möglich, dass der Topclub jetzt dazu gezwungen wird.


Quelle: spiegel
 
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